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Hörgeräte

Hörgeräte Preise: Was kosten Hörgeräte? [2026]

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2026
Lesedauer: 19 Minuten
© Jacob Wackerhausen / istockphoto.com

Wer eine Hörminderung ausgleichen möchte, kann beim Kauf eines Hörgeräts auf die Unterstützung der gesetzlichen Krankenkasse zählen. Die sogenannten Nulltarif-Geräte, die bereits alle grundlegenden und modernen Funktionen für ein verbessertes Hörerlebnis bieten, werden über einen Festbetrag der Krankenkasse vollständig finanziert. Versicherte zahlen für diese Basismodelle lediglich eine Zuzahlung von etwa 10 Euro pro Ohr. Entscheiden Sie sich hingegen für ein Modell mit erweiterten Funktionen und höherem Komfort, etwa mit Bluetooth-Anbindung oder intelligenter Sprachverarbeitung, müssen Sie die Differenz zwischen dem Festbetrag der Krankenkasse und dem tatsächlichen Kaufpreis selbst tragen.

Alles auf einen Blick:

  • Hörgeräte können zwischen 600 und 3.500 Euro pro Gerät kosten.
  • Die Kosten hängen von Hersteller, Bauform, technischer Ausstattung und zusätzlichen Funktionen ab.
  • Nulltarif-Hörgeräte werden komplett von der Krankenkasse übernommen, die private Zuzahlung beträgt 10 Euro pro Ohr.
  • Für höhere Leisungsklassen, wie Komfort- oder Premiumgeräte, müssen Sie die Differenz zum Festbetrag selbst zahlen.
  • Die Bauformen Im-Ohr (IdO) und Hinter-dem-Ohr (HdO) unterscheiden sich preislich meist nur geringfügig, wobei hauptsächlich die besonders kleinen IdO-Bauformen teurer ausfallen.
  • Privatversicherte erhalten je nach Tarif oft höhere Zuschüsse oder eine vollständige Kostenübernahme für hochwertigere Geräte.

Die Kosten für Hörgeräte im Überblick

HörgerätetypLeistungsklasseHörgeräte-PreisEigenanteil/Zuzahlung*
Hinter-dem-Ohr (HdO)Basis700 bis 1.000 €0 bis 300 €
Komfort1.000 bis 2.000 €300 bis 1.300 €
Premium2.000 bis 3.500 €1.300 bis 2.800 €
Im-Ohr (IdO)Basis600 bis 1.200 €0 bis 500 €
Komfort1.200 bis 2.200 €500 bis 1.500 €
Premium / Mini2.200 bis 3.500 €1.500 bis 2.800 €
Nulltarif-Modell (Basis)Basis600 bis 800 €10 €

*Der Eigenanteil berechnet als Differenz zwischen Gerätepreis und Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse (hier Beispielbetrag von 704 Euro), sofern keine Sonderregelung greift. Die genannten Preise dienen lediglich als Richtwerte und berücksichtigen keine Abzüge durch Krankenkassenzuschüsse. Abweichungen können je nach Hersteller, Region und technischer Ausstattung auftreten.

Was kosten Hörgeräte?

Die Kosten für Hörgeräte können stark variieren und liegen in der Regel zwischen 600 und 3.500 Euro pro Gerät. Dabei ist zu unterscheiden, ob es sich um ein sogenanntes Kassengerät oder um ein höherwertiges Modell mit privater Aufzahlung handelt. Ein Kassengerät, das alle medizinisch notwendigen Grundfunktionen erfüllt, kann für Versicherte nahezu kostenfrei sein. In diesem Fall fällt meist lediglich die gesetzliche Zuzahlung an. Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist eine medizinische Notwendigkeit, die durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt festgestellt wird. Die ärztliche Verordnung wird anschließend gemeinsam mit einem Kostenvoranschlag des Hörakustikers bei der Krankenkasse eingereicht. Erst nach dieser Genehmigung kann die Versorgung über den Festbetrag erfolgen.

Welche Zuzahlung bleibt für den Versicherten?

Für ein Basishörgerät, das im Rahmen der Krankenkassenversorgung angeboten wird, beträgt die gesetzliche Zuzahlung in der Regel 10 Euro pro Gerät. Welche Hörgeräte von der Krankenkasse genau bezuschusst werden, können Sie im Hilfsmittelverzeichnis nachschlagen. Entscheidet sich der Versicherte für ein höherwertiges Hörgerät aus dem Komfort- oder Premiumsegment, muss die Differenz zwischen dem Festbetrag der Krankenkasse und dem tatsächlichen Kaufpreis selbst getragen werden. Wie hoch der Privatpreis ausfällt hängt am Ende von Ausstattung, Bauform und Hersteller ab.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis eines Hörgeräts?

  • Hersteller
  • technische Ausstattung/Leistungsklasse (Geräuschunterdrückung, Automatikprogramme oder Tinnitus-Programme)
  • Bauform
  • Reinigungs- und Pflegeausstattung
  • Verstärkungsgrad


Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

  • den Festbetrag für ein Basishörgerät pro Ohr, das alle notwendigen Grundfunktionen erfüllt
  • die fachgerechte Anpassung und das Probetragen verschiedener Hörgeräte
  • die Einweisung und Nachjustierung durch den Hörakustiker
  • regelmäßige Wartung und professionelle Reinigung
  • kleinere Reparaturen während der Nutzungsdauer
  • Verschleißmaterialien wie Batterien (nur bei Kinderversorung)

Wie hoch ist der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung für Hörgeräte? 

Die gesetzliche Krankenversicherung unterstützt den Erwerb von Hörgeräten über einen Festbetrag. Abhängig von der Versicherung und dem Grad der Schwerhörigkeit, kann der Zuschuss zwischen 700 und 740 Euro pro Gerät liegen. Diese finanzielle Unterstützung gilt für alle gesetzlich Versicherten und deckt in der Regel die Kosten für ein modernes Basisgerät vollständig ab. Zusätzlich zum Festbetrag gibt es kleine Zuschläge für individuell gefertigte Ohrstücke, die in der Regel rund 45 Euro betragen, sowie eine Pauschale für die sogenannte offene Versorgung mit Hörschlauch und Schirmchen von 11,61 Euro. [1] Zusammen sichern diese Beträge eine vollumfängliche Grundversorgung für die meisten Hörgerätebedarfe. Für moderne Nulltarif-Modelle, die bereits über alle notwendigen Grundfunktionen verfügen, fällt dann nur eine gesetzliche Zuzahlung von etwa 10 Euro an. Zusätzlich sichert die Krankenkasse eine Pauschale für Wartung und kleine Reparaturen von Hörgeräten zu. Wer sich für ein Komfort- oder Premiumgerät mit zusätzlichen Funktionen wie erweiterten Richtmikrofonen, automatischen Anpassungsprogrammen oder einer besonders kompakten Miniaturbauweise entscheidet, muss nach Abzug des Festbetrags mit einem entsprechend höheren Privatpreis rechnen. Sprich die Differenz zwischen dem Festbetrag der Krankenkasse und dem tatsächlichen Kaufpreis. Diese Eigenleistung hängt von der gewählten Ausstattung, dem Hersteller und gegebenenfalls der Bauform des Hörgeräts ab.

Wie oft können Hörgeräte ersetzt werden und wie wirkt sich das auf die Kosten? 

In der Regel übernehmen gesetzliche Krankenversicherungen eine neue Hörgeräteversorgung alle 6 Jahre. Dieser Zeitraum orientiert sich an der durchschnittlichen Lebensdauer moderner Hörsysteme sowie an der technischen Weiterentwicklung. Nach Ablauf dieser Frist besteht in der Regel erneut Anspruch auf den Festbetrag der Krankenkasse. Ein früherer Austausch ist möglich, wenn medizinische Gründe vorliegen, etwa bei einer deutlichen Verschlechterung des Hörvermögens, bei technischen Defekten oder bei irreparablen Schäden. In diesen Fällen prüft die Krankenkasse, ob eine vorzeitige Neuversorgung gerechtfertigt ist.

Welche Kosten übernimmt eine private Krankenversicherung?

Die Konditionen einer privaten Krankenversicherung können beim Kauf von Hörgeräten deutlich umfangreicher ausfallen als bei der gesetzlichen Krankenkasse. In der Regel übernehmen private Versicherungen höhere Beträge und ermöglichen es Versicherten, auch Hörgeräte aus der mittleren oder höheren Preisklasse auszuwählen, ohne einen großen Eigenanteil bzw. hohen Privatpreis zahlen zu müssen. Die genauen Leistungen variieren jedoch je nach Tarif und Versicherer.

Wie klassifiziert man Hörgeräte nach Preisklasse?

Hörgeräte lassen sich üblicherweise in 3 Kategorien oder auch Leistungsklassen einteilen:

  • Basis
  • Komfort
  • Premium

Basisgeräte bieten die wesentlichen Grundfunktionen wie einfache Verstärkung und Rauschunterdrückung, während in der Komfortklasse weitere Funktionen wie automatische Anpassungen an verschiedene Hörsituationen sowie die Möglichkeit, die Geräte mit TV oder Smartphone zu verbinden, hinzukommen. Premiumgeräte bauen auf diesem Funktionsumfang auf und ergänzen ihn um besonders kompakte Miniaturisierung, App-Steuerung und erweiterte Hörprogramme für unterschiedlichste Alltagssituationen.

Welche Preisspannen gibt es bei Hörgeräten in Deutschland?

Es gibt Hörsysteme in verschiedenen Preiskategorien, sodass sich ein Kostenvergleich bei der Suche nach einem Hörgerät lohnt. Für einen Aufpreis erhalten Sie hohe technische Effizienz und Zusatzfunktionen, wobei aber auch Geräte aus dem unteren Preissegment stets mit den notwendigen und modernen Funktionen ausgestattet sind, um ein optimiertes Hörerlebnis zu schaffen. 

LeistungsklasseHörgerät-Preistechnische Merkmale
Basis600 bis 1.200 €Grundfunktionen, Standardverstärkung, einfache Rauschunterdrückung
Komfort1.000 bis 2.000 €erweiterte Rausch- und Rückkopplungsunterdrückung, automatische Programme, Bluetooth
Premium2.200 bis 3.500 €sämtliche Komforfunktionen, verbesserte Signalverarbeitung, KI-Systeme, erweiterte Hörprogramme

Hörgeräte Kosten: Wie unterscheiden sich Im‑Ohr‑Hörgeräte von Hinter‑dem‑Ohr‑Hörgeräten?

Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) und Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO) bewegen sich preislich insgesamt auf einem ähnlichen Niveau, vor allem in den Leistungklassen der Basis- und Komfortmodellen. Die deutlichsten Preisunterschiede zeigen sich dabei weniger zwischen den Bauformen oder der Art des Hörgeräts als vielmehr innerhalb der jeweiligen Kategorien, wobei sehr kleine Im-Ohr-Geräte wie CIC oder IIC, die tief im Gehörgang sitzen, aufgrund der aufwendigen Miniaturisierung häufig teurer als Standard-IdO-Modelle sind. Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte bieten dank ihres größeren Gehäuses mehr Platz für die Technik, weshalb die Preise innerhalb der einzelnen Klassen meist gleichmäßiger ausfallen. Letztlich sind für die Kosten vor allem die Technikstufe, der Funktionsumfang und die Geräteausführung entscheidend. 

Welche Preisklassen gibt es bei ITE-Hörgeräten?

IdO-BauformBasismodell PreisKomfortklasse PreisPremiumklasse Preis
IIC-Hörgerät (Invisible-in-Canal)1.000 bis 1.500 €1.500 bis 2.300 €2.500 bis 3.500 €
ITE-Hörgerät (In-the-Ear)600 bis 1.000 €1.200 bis 2.000 €2.000 bis 2.600 €
ITC-Hörgerät (In-the-Canal)600 bis 1.000 €1.000 bis 2.000 €2.000 bis 3.500 €
CIC-Hörgerät (Completely-in-Canal)ab ca. 1.000 €1.300 bis 2.000 €1.800 bis 3.500 €

Welche Preisklassen gibt es bei HdO-Hörgeräten?

HdO-BauformBasismodell PreisKomfortklasse PreisPremiumklasse Preis
HdO-Hörgerät (Hinter-dem-Ohr)800 bis 1.100 €1.300 bis 3.000 €ab 3.500 €
RIC-Hörgerät (Receiver-in-Canal)700 bis 1.000 €1.500 bis 2.500 €2.500 bis 3.500 €

Was kostet ein Hörgerät beim Spezialfall? (z. B. Kinder, starker Hörverlust, Tinnitus)

Bei Spezialfällen gelten für die Versorgung mit Hörgeräten besondere Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere Kinder mit Hörminderung, Menschen mit starkem oder an Taubheit grenzendem Hörverlust sowie Versicherte mit Tinnitus oder komplexen Hörstörungen. In diesen Fällen kann die gesetzliche Krankenversicherung höhere Festbeträge oder zusätzliche Zuschläge gewähren, um eine medizinisch notwendige und funktionale Versorgung sicherzustellen. Gerade bei Kindern fällt der Versorgungsaufwand deutlich höher aus. Da sich das Ohr durch das Wachstum stetig verändert, sind regelmäßige Anpassungen, neue Ohrpassstücke und häufige Kontrollen erforderlich. Zudem spielt das Hören eine zentrale Rolle für das Sprachverstehen und die soziale Teilhabe. Aus diesem Grund wird bei Kindern eine besonders umfangreiche und frühzeitige Hörgeräteversorgung als medizinisch notwendig angesehen. Der Festbetrag kann hier höher ausfallen, sodass die Kosten für ein geeignetes Basisgerät in der Regel vollständig übernommen werden können. Auch bei Erwachsenen mit starkem oder hochgradigem Hörverlust kann sich der Zuschuss bei Sonderfällen erhöhen. Liegt beispielsweise eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vor, wird der Festbetrag angehoben, um leistungsstärkere Hörsysteme finanziell zugänglich zu machen.

Kostenübernahme bei berufsbedingter Schwerhörigkeit

Liegt eine berufsbedingte Schwerhörigkeit vor, greift nicht die gesetzliche Krankenversicherung, sondern in der Regel die gesetzliche Unfallversicherung oder die zuständige Berufsgenossenschaft. Voraussetzung ist, dass die Hörschädigung als Berufskrankheit anerkannt wird, etwa durch langjährige Lärmbelastung am Arbeitsplatz. In diesen Fällen übernimmt die Berufsgenossenschaft die Kosten für eine medizinisch notwendige Hörgeräteversorgung häufig vollständig, ebenfalls einschließlich Anpassung, Wartung und Reparaturen. Für Betroffene kann dies bedeuten, dass auch höherwertige Geräte ohne private Aufzahlung zur Verfügung gestellt werden.



Welche laufenden Kosten fallen nach dem Kauf eines Hörgeräts an? 

Neben den Anschaffungskosten können nach dem Kauf eines Hörgeräts laufende Ausgaben entstehen. Dazu zählt die Energieversorgung, insbesondere Batterien, sofern kein Akkugerät genutzt wird. Die jährlichen Kosten können hier je nach Nutzung bei bis zu 100 Euro liegen. Weitere laufende Kosten können für Pflege- und Reinigungszubehör anfallen, die bei der Erwachsenenversorgung nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Ist ein Hörgerät mit Akku oder Batterie günstiger?

Ein Hörgerät mit Akku ist in der Regel langfristig kostengünstiger und bietet zudem einen höheren Bedienkomfort. Das regelmäßige Wechseln von Batterien entfällt, was insbesondere bei kleinen Im-Ohr-Hörsystemen von Vorteil ist, da hier ein gewisses Feingefühl erforderlich ist. Akkugeräte kosten zwar beim Kauf bis zu 20 Prozent mehr, erfordern jedoch nur gelegentlich den Austausch des Akkus nach mehreren Jahren und sie können auch einfach über Nacht geladen werden und sind dann für den ganzen nächsten Tag wieder einsatzbereit. Entscheidet man sich für ein Hörgerät mit Batteriebetrieb, sollten die laufenden Kosten berücksichtigt werden. Je nach Nutzungsdauer und Batterietyp ist mit jährlichen Kosten von bis zu 100 Euro zu rechnen. Der Kauf von Großpackungen ist dabei meist günstiger. Bei der Hörgeräteversorgung von Kindern übernehmen einige Krankenkassen die Kosten für Batterien ganz oder teilweise, da ein regelmäßiger Batteriewechsel medizinisch notwendig ist.

Werden Schwimmotoplastiken von der Krankenkasse übernommen?

Schwimmotoplastiken, also individuell angefertigte Ohrschutzstöpsel zum Schutz vor Wasser, werden von der gesetzlichen Krankenkasse in der Regel nicht übernommen, da sie nicht zur medizinisch notwendigen Hörgeräteversorgung zählen. Sie gelten als präventive oder komfortsteigernde Maßnahme. In medizinisch begründeten Ausnahmefällen, etwa bei bestimmten Erkrankungen des Gehörgangs oder nach Operationen, kann eine Kostenübernahme im Einzelfall geprüft werden. In der Praxis müssen Schwimmotoplastiken jedoch meist privat bezahlt werden.

Wie viel kostet ein Hörgerät nach Abzug des Krankenkassenzuschusses?

Gerät/AusstattungHörgerät-PreisZuschuss (Durchschnittsbetrag)Eigenanteil
Nulltarif/Basis710 €704 €10 €
Komfort IdO1.500 €704 €796 €
Premium IdO2.800 €704 €2.096 €

Wie wirken sich Zusatzfunktionen auf den Preis aus?

Zusatzfunktionen spielen bei der Preisgestaltung moderner Hörgeräte eine wichtige Rolle, führen jedoch schnell zu höheren Kosten. Funktionen wie Bluetooth, App-Steuerung oder TV-Streaming gehören heute bereits zur Standardausstattung, insbesondere im Komfort- und Premiumsegment. Ein Einfluss auf den Preis kann sich auch ergeben, wenn besonders kompakte Bauformen mit diesen Funktionen kombiniert werden. Mini-Im-Ohr-Geräte bzw. IIC-Hörgerät mit Akku und kabelloser Konnektivität erfordern eine aufwendigere Technik und fallen daher häufig teurer aus. Auch spezielle Komfortmerkmale wie

  • automatische Situationsanpassung,
  • erweiterte Tinnitus-Programme oder
  • besonders leistungsfähige Richtmikrofonsysteme

können den Kaufpreis erhöhen. Entscheidend ist somit nicht die einzelne Zusatzfunktion, sondern das Gesamtpaket aus Technik, Bauform und Leistungsfähigkeit des Hörgeräts.

GUT ZU WISSEN:
Ein Kassenmodell zum Nulltarif besitzt alle notwendigen Funktionen, um ein natürliches Hören zu ermöglichen. Hierfür hat der GKV-Spitzenverband technische Anforderungen definiert, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Diese Anforderungen lauten zum Beispiel, dass Kassenmodelle über Digitaltechnik, mindestens 6 Kanäle sowie Rückkopplungs- und Störschallunterdrückung verfügen müssen. [2] Je mehr Kanäle ein Gerät besitzt, desto präziser und besser können Schallinformationen in Echtzeit verarbeitet und an die jeweilige Hörsituation angepasst werden. Je nach individuellem Hörprofil können diese Funktionen bereits völlig ausreichen. Für Menschen, die besonderen Wert auf Komfort oder zusätzliche Features legen, können hochpreisige Modelle mit erweiterten Funktionen jedoch die bessere Wahl sein.

Wie hoch sind die Anschaffungskosten eines Hörgeräts im Privat‑ oder Aufzahlungsbereich?

Die Anschaffungskosten im Privat- oder Aufzahlungsbereich ergeben sich aus der Differenz zwischen dem Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse und dem tatsächlichen Verkaufspreis des Hörgeräts. Während Basisgeräte häufig vollständig durch den Kassenzuschuss abgedeckt sind, bewegen sich Komfort- und Premiummodelle in deutlich höheren Preisbereichen. Der Eigenanteil für ein Hörgerät aus der mittleren bis höheren Ausstattungsklasse variiert je nach technischer Ausstattung, Hersteller und Bauform und kann im Schnitt zwischen etwa 600 und 2.500 Euro liegen. Bei einer beidseitigen Versorgung kann sich dieser Betrag entsprechend verdoppeln. Der konkrete Eigenanteil wird stets im Rahmen der individuellen Anpassung beim Hörakustiker festgelegt.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse nicht? 

  • Reparaturen aufgrund von unsachgemäßer Handhabung, etwa durch Stürze, Quetschungen oder falsche Lagerung
  • Schäden durch Feuchtigkeit, wenn das Hörgerät nicht ordnungsgemäß vor Wasser oder Schweiß geschützt wurde
  • Verlust oder Diebstahl des Hörgeräts
  • Reparaturen an Zubehör, das nicht zur medizinischen Grundversorgung zählt, wie Ladeetuis oder Fernbedienungen
  • Schäden nach Ablauf der Garantiezeit, sofern sie nicht unter einen Servicevertrag fallen

Muss ich für den Hörtest beim Akustiker bezahlen? 

Ein Hörtest ist sowohl beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt als auch beim Hörakustiker in der Regel kostenfrei.

  • Beim HNO-Arzt ist der Test Teil der ärztlichen Leistung und wird über die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt.
  • Beim Hörakustiker handelt es sich meist um einen unverbindlichen, kostenfreien Test, der als Beratung dient und keine Verpflichtung zum Kauf nach sich zieht.

Auch das Probetragen von Hörgeräten beim Akustiker ist in der Regel kostenlos. Manche Anbieter bieten während dieser Testphase optional eine Versicherung oder Schutzpakete für die Geräte an. Diese Kosten sind freiwillig und belaufen sich nur auf wenige Euro.

Lohnt sich eine Hörgeräteversicherung?

Lohnen kann sich eine Hörgeräteversicherung, wenn Sie in ein besonders hochwertiges Hörsystem investiert haben. Bevor Sie eine separate Versicherung abschließen, empfiehlt es sich jedoch, Ihre bestehenden Versicherungen zu prüfen. Die Hausratsversicherung kann hierbei möglicherweise bereits größere Schäden oder den Verlust abdecken. Eine sorgfältige Prüfung hilft, unnötige Zusatzkosten zu vermeiden und den tatsächlichen Versicherungsbedarf realistisch einzuschätzen.

Welche Unterschiede gibt es bei den Preisen zwischen verschiedenen Anbietern?

Die etablierten Hörgerätehersteller verfügen über ein breit gefächertes Portfolio mit Modellen in unterschiedlichen Preis- und Ausstattungsklassen. Diese Anbieter kalkulieren ihre Preise in der Regel transparent und marktgerecht und weisen Kunden aktiv auf die Möglichkeiten der Krankenkassenversorgung hin. Preisunterschiede ergeben sich vor allem durch

  • technische Innovationen,
  • Bauform,
  • Automatisierungsgrad und
  • andere Zusatzfunktionen.

Im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs beim Hörakustiker erhalten Kunden einen umfassenden Überblick über verschiedene Modelle unterschiedlicher Hersteller, sowohl im unteren als auch im höheren Preissegment. Ein Hörakustiker kann gezielt Geräte vorstellen, die sowohl zum Hörverlust als auch zum individuellen Budget passen. Dadurch lässt sich besser einschätzen, welche Ausstattung tatsächlich erforderlich ist und bei welchem Anbieter das beste Preis-Leistungs-Verhältnis besteht.



Ist es möglich, Hörgeräte online zu kaufen und trotzdem die Förderung durch die gesetzliche Krankenversicherung zu erhalten?

Die Förderung der gesetzlichen Krankenversicherung ist an die Versorgung durch einen zertifizierten Hörakustiker gebunden. Online-Käufe ohne persönliche Anpassung durch Fachpersonal können den Anspruch auf den Festbetrag gefährden. Es ist daher empfehlenswert, den Kauf über einen Hörakustiker abzuwickeln, auch wenn die Bestellung online erfolgt.

Wie können Hörgeräte steuerlich geltend gemacht werden?

Hörgeräte gelten steuerlich als außergewöhnliche Belastung, da sie medizinisch notwendig sind. Selbst getragene Kosten, insbesondere Eigenanteile oder private Aufzahlungen, können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung ist, dass die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird, deren Höhe vom Einkommen und Familienstand abhängt. Auch Kosten für Zubehör, Reparaturen oder Batterien können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden. Hierfür müssen Sie in der Regel alle Rechnungen sowie die ärztliche Verordnung Ihres HNO-Arztes über Ihre Hörsituation einreichen.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten 

  1. Nicht jeder benötigt von Anfang an ein Premium-Modell. Oft reichen die Funktionen eines Nulltarif- oder Basisgeräts vollkommen aus, um im Alltag wieder gut zu hören.
  2. Nehmen Sie sich Zeit für einen gründlichen Vergleich der verfügbaren Modelle. Verschiedene Hersteller bieten unterschiedliche Technologien, weshalb Sie sich von Ihrem Hörakustiker umfangreich beraten lassen sollten. 
  3. Achten Sie dabei nicht nur auf den Hörgeräte-Preis, sondern auch darauf, welche Funktionen für Ihre individuellen Hörsituationen wirklich relevant sind.
  4. Informieren Sie sich frühzeitig über die Höhe des Festbetrags Ihrer Krankenkasse und welche zusätzlichen Leistungen möglicherweise übernommen werden. Bei privaten Versicherungen lohnt sich ein genauer Blick in die Tarifbedingungen, da hier oft großzügigere Erstattungen möglich sind.
  5. Informieren Sie sich über die Möglichkeit, Hörgeräte und Pflegekosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend.

Fazit

Die Kosten für Hörgeräte lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie von zahlreichen Faktoren abhängen. Dank der Unterstützung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist jedoch eine solide Grundversorgung für alle Versicherten gewährleistet. Wer mehr Komfort oder modernste Technik wünscht, sollte die anfallenden Eigenanteile realistisch einschätzen und sich fachkundig beraten lassen. Informieren Sie sich möglichst frühzeitig über Ihre Versicherungskonditionen und reichen Sie alle notwendigen Unterlagen, wie die ärztliche Verordnung Ihres HNO-Arztes, rechtzeitig ein. Gerade bei Kindern mit Hörverlust bieten die meisten Versicherungen umfangreichere Leistungen, um die Sprachentwicklung und das Hörverständnis optimal zu unterstützen. Ein qualifizierter Hörakustiker kann Ihnen nicht nur die für Sie geeigneten Krankenkassenmodelle vorstellen, sondern auch Geräte mit erweiterten Funktionen und Ausstattungen. So erhalten Sie einen klaren Überblick darüber, welche Komfort- oder Premiumfunktionen für Ihren Alltag tatsächlich sinnvoll sind. Eine sorgfältige Auswahl und Anpassung Ihres Hörgeräts zahlt sich nämlich langfristig sowohl finanziell als auch für Ihre Lebensqualität und Ihren Hörkomfort aus.

Hörgeräte Preise: Häufig gestellte Fragen

Kann ich zwei Hörgeräte gleichzeitig über die gesetzliche Krankenversicherung beziehen?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt grundsätzlich nur die Versorgung mit einem Paar Hörgeräten pro Bedarf. Ein vorzeitiger Ersatz ist nur dann möglich, wenn medizinische Gründe vorliegen, zum Beispiel bei Defekten oder starkem Verschleiß, der den Gebrauch beeinträchtigt.

Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Hörgeräts?

Die durchschnittliche Lebensdauer moderner Hörgeräte hängt von Faktoren wie Pflege, Nutzungshäufigkeit, technischer Entwicklung und der jeweiligen Bauart ab. Bei regelmäßiger Wartung und sachgerechter Pflege sind Hörgeräte in der Regel etwa 5 bis 7 Jahre zuverlässig nutzbar.

Sind gebrauchte Hörgeräte eine preiswerte Alternative zu neuen Geräten? 

Gebrauchte Hörgeräte können zwar günstiger sein, bieten jedoch keinen Anspruch auf den Festbetrag der Krankenkasse und enthalten häufig nur einen eingeschränkten Service. Ein Hörgerät sollte stets optimal auf die individuelle Hörsituation des Trägers abgestimmt sein, um ein bestmögliches Hörerlebnis zu gewährleisten. Entscheiden Sie sich zudem für ein Kassenmodell, entstehen für Sie ohnehin keine hohen Zusatzkosten, da die Grundversorgung durch die Krankenkasse abgedeckt wird.

Quellen

[1] Verbraucherzentrale. (2025, Mai 23). Hörgeräte: Was zahlt die Krankenkasse? Abgerufen 16. Januar 2026, von Verbraucherzentrale.de: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/hoergeraete-was-zahlt-die-krankenkasse-11470

[2] GKV-Spitzenverband. (o. J.). 1. Allgemeine Erläuterungen zum Festbetragsgruppensystem und zu den Festbeträgen. Abgerufen 16. Januar 2026, von Gkv-spitzenverband.de: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/hilfsmittel/festbetraege/einzelne_himi_arten/20211220_Festbetraege_fuer_Hoerhilfen.pdf

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina studiert zurzeit Technikjournalismus und Technik-PR. Im Studium eignete Sie sich bereits die grundlegenden Kompetenzen in den Bereichen Print-, Online-, Hörfunk- und TV-Journalismus mit dem Schwerpunkt Technik an. Vor ihrem Studium absolvierte Sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.