Im Bereich der Im-Ohr-Hörgeräte stehen dank moderner Technik heute Lösungen zur Verfügung, die hohe Klangqualität mit maximaler Diskretion verbinden. IIC-Hörgeräte zählen dabei zu den kleinsten und unauffälligsten Hörgeräten. Sie sitzen tief im Gehörgang und sind von außen praktisch nicht sichtbar. Gerade für Menschen, die im Alltag eine möglichst unsichtbares Hörgerät tragen möchten, stellt eine IIC-Hörhilfe eine attraktive Option dar. Trotz ihrer kompakten Bauweise verfügen sie über moderne digitale Technik, die Sprache gezielt verstärkt und störende Geräusche reduziert. Entscheidend für ein gutes Hören sind jedoch eine präzise individuelle Anpassung sowie die Frage, ob diese Bauform zur eigenen Ohrform und zum Hörverlust passt.
- Was ist ein IIC-Hörgerät (Invisible-in-the-Canal)?
- Wie unterscheidet sich ein IIC-Hörgerät von CIC-, ITC- oder ITE-Hörgeräten?
- Für wen sind IIC-Hörgeräte geeignet?
- Wie diskret oder unsichtbar ist ein IIC-Hörgerät wirklich?
- Wie wird ein IIC-Hörgerät individuell angepasst?
- Welche Technik ist in einem IIC-Hörgerät verbaut?
- Wie gut ist die Klangqualität bei IIC-Modellen?
- Wie lange halten IIC-Hörgeräte im Alltag?
- Was kosten IIC-Hörgeräte?
- Welche Hersteller bieten IIC-Hörgeräte an?
- Gibt es IIC-Hörgeräte mit wiederaufladbarem Akku?
- 5 Dinge, die Sie beachten sollten
- Fazit
- IIC-Hörgeräte (Invisible-in-the-Canal): Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- IIC-Hörgeräte gehören zu den kleinsten Im-Ohr-Hörgeräten und werden besonders tief im Gehörgang platziert.
- Durch ihre Position sind sie von außen nahezu unsichtbar und fallen im Alltag kaum auf.
- Jedes IIC-Hörgerät wird dabei individuell auf Basis eines Ohrabdrucks maßgefertigt.
- Vor allem für Menschen mit leichten bis mittelgradigen Hörverlusten eignen sich IIC-Hörgeräte gut.
- Aufgrund der kompakten Größe ist der Platz für Zusatzfunktionen wie Bluetooth oder Akku-Technologie im Vergleich zu anderen Hörgeräten stark begrenzt.
- Die Kosten variieren je nach gewählter Technikstufe, Hersteller und dem erforderlichen Anpassungsaufwand.
Was ist ein IIC-Hörgerät (Invisible-in-the-Canal)?
IIC steht für Invisible-in-the-Canal und bezeichnet eine spezielle Bauform von Im-Ohr-Hörgeräten (IdO). Der Name IIC ist hierbei Programm, denn das Hörsystem wird tief im Gehörgang (in the Canal) platziert, sodass das Hörgerät vollständig im Ohr verschwindet. Im Gegensatz zu anderen Im-Ohr-Modellen ist am Gehörgangseingang kein sichtbares Gehäuseteil vorhanden. IIC-Hörgeräte werden individuell für jedes Ohr gefertigt. Die Grundlage ist ein präziser Abdruck des Gehörgangs, der beim Hörakustiker genommen wird. Aufgrund der extrem kleinen Abmessungen sind IIC-Hörgeräte technisch besonders und erfordern sowohl bei der Herstellung als auch bei der Anpassung besondere Sorgfalt.
Wo sitzt ein IIC-Hörgerät im Ohr?
Ein IIC-Hörgerät sitzt sehr tief im Gehörgang, meist hinter der zweiten natürlichen Gehörgangsbiegung. Diese Position sorgt dafür, dass das Hörgerät von außen kaum oder gar nicht zu sehen ist. Die tiefe Platzierung bringt mehrere Vorteile mit sich:
- maximale Diskretion
- geringere Wind- und Reibungsgeräusche
- natürliche Schallführung
Gleichzeitig stellt ein IIC-Hörsystem aber auch hohe Anforderungen an die Anatomie des Ohrs, denn nicht jeder Gehörgang bietet ausreichend Platz oder die passende Form für ein IIC-Hörgerät.
Wie funktioniert ein IIC-Hörgerät?
Das grundlegende Funktionsprinzip eines IIC-Hörgeräts entspricht einem modernen digitalen Hörsystem, nur dass die verbaute Technik auf kleinstem Raum untergebracht ist. Der Ablauf des Hörens durch ein solches Hörgerät lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:
- Mikrofone nehmen Umgebungsgeräusche auf
- Signale werden digital verarbeitet und analysiert
- Sprachanteile werden gezielt verstärkt
- Stör- und Nebengeräusche werden reduziert
- Lautsprecher gibt den optimierten Klang direkt im Gehörgang wieder
Durch die tiefe Position im Ohr wird bei IIC die natürliche Form des Gehörgangs für die Klangübertragung genutzt. Das Ergebnis ist ein natürliches Hörempfinden, da der Schall näher am Trommelfell ankommt.
Wie unterscheidet sich ein IIC-Hörgerät von CIC-, ITC- oder ITE-Hörgeräten?
CIC-, ITC- und ITE-Hörgeräte gehören wie IIC-Geräte zur Gruppe der Im-Ohr-Hörgeräte. Der Unterschied zwischen diesen Systemen liegt vor allem in Größe, Sitzposition und Sichtbarkeit. IIC-Hörgeräte bieten hierbei die höchste Diskretion, verfügen jedoch über weniger Platz für Zusatzfunktionen als größere Modelle. Wichtig ist, mithilfe eines professionellen Hörakustikers das richtige Modell für Ihren Hörverlust zu finden. Nur ein individuell angepasstes Hörsystem kann die Lebensqualität spürbar verbessern und dazu beitragen, den Alltag wieder aktiv zu erleben und daran teilzuhaben. So sind ein Hörtest sowie eine frühzeitige Hördiagnostik, eine fachgerechte Beratung und Anpassung sowie regelmäßige Vorsorge wichtig, um langfristig negative gesundheitliche und soziale Folgen vorzubeugen. [1]

Im-Ohr-Hörgeräte im Vergleich
| Art der Hörhilfe | Position | Sichtbarkeit | Technikumfang |
| IIC-Hörgeräte | sehr tief im Gehörgang | nahezu unsichtbar | begrenzt |
| ITE-Hörgerät (In-the-Ear) | Ohrmuschel | deutlich sichtbar | hoch |
| ITC-Hörgerät (In-the-Canal) | teilweise im Gehörgang | sichtbar | hoch |
| CIC-Hörgeräte | komplett im Gehörgang | kaum sichtbar | mittel |
Für wen sind IIC-Hörgeräte geeignet?
IIC-Hörgeräte eignen sich vor allem für Personen, die Wert auf eine möglichst unsichtbare Hörlösung legen und bestimmte anatomische Voraussetzungen erfüllen. Das bedeutet in erster Linie, dass der Gehörgang ausreichend groß sein und die geeignete Form besitzen muss. Im Vergleich zu anderen Im-Ohr-Hörgeräten müssen bei diesem System jedoch aufgrund der komprimierten Bauweise bei zusätzlichen technischen Funktionen, wie Bluetooth-Anbindung, in der Regel Abstriche gemacht werden. Sind solche zusätzlichen Ausstattungen keine Priorität, dann kann ein IIC-Hörsystem, das passende Hilfsmittel sein.
Welche Hörverluste lassen sich mit IIC-Hörgeräten ausgleichen?
Die kompakte Bauform begrenzt die mögliche Verstärkerleistung, weshalb IIC-Hörgeräte in erster Linie für leichte bis mittelgradige Hörverluste ausgelegt sind. Hierbei kann es beispielsweise bei beginnender altersbedingten Schwerhörigkeit oder leichten Hochtonverlusten wieder zum besseren Hören verhelfen. Bei hochgradigen oder komplexen Hörverlusten sind leistungsstärkere Bauformen wie zum Beispiel Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) meist besser geeignet. Am besten lassen Sie sich bei der Auswahl von einem Experten individuell beraten.
Wie diskret oder unsichtbar ist ein IIC-Hörgerät wirklich?
IIC-Hörgeräte gelten zu Recht als die diskreteste verfügbare Hörgerätebauform auf dem Markt. Durch ihre tiefe Platzierung weit im Gehörgang sind sie im Alltag praktisch unsichtbar und das auch aus nächster Nähe. Während Hinter-dem-Ohr-Geräte oder größere Im-Ohr-Modelle zumindest bei genauem Hinsehen erkennbar sind, verschwindet ein IIC-Hörgerät vollständig im Gehörgang. Ob ein IIC-Hörgerät tatsächlich komplett unsichtbar bleibt, hängt jedoch von individuellen anatomischen Faktoren ab. Die Länge und Form des Gehörgangs, die Krümmung, die Beschaffenheit der Haut sowie die exakte Positionierung im Ohr spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Menschen mit sehr kurzen oder stark abgewinkelten Gehörgängen müssen unter Umständen mit einer etwas weniger tiefen Platzierung rechnen, wodurch das Gerät minimal sichtbarer werden kann. Zum Herausnehmen verfügt das Hörgerät über einen dünnen und unauffälligen Rückholfaden, an dem es vorsichtig aus dem Ohr gezogen werden kann. Ein erfahrener Hörakustiker kann bereits beim Ersttermin einschätzen, ob die anatomischen Voraussetzungen für maximale Diskretion gegeben sind.
Wie wird ein IIC-Hörgerät individuell angepasst?
Die Anpassung eines IIC-Hörgeräts erfolgt durch einen professionellen Hörakustiker, wobei mehrere Schritte durchlaufen werden:
- ausführlicher Hörtest (Bestimmung des Hörverlusts, Unhaglichkeitsschwelle etc.)
- Prüfung der Gehörgangsanatomie
- Anfertigung eines präzisen Ohrabdrucks
- Fertigung des individuellen Hörgeräts
- Feinanpassung der Technik auf das persönliche Hörprofil
- Probetragen im Alltag
- Rücksprache und eventuelle Nachjustierung des Hörgeräts
Welche Technik ist in einem IIC-Hörgerät verbaut?
Trotz der geringen Größe verfügen moderne IIC-Hörgeräte über eine leistungsfähige digitale Grundausstattung, um ein besseres Hörerlebnis zu ermöglichen. Typische Technikmerkmale hierbei sind:
- digitale Signalverarbeitung
- automatische Situationsanpassung
- Rauschunterdrückung
- Rückkopplungsmanagement
- Mehrkanaltechnik für differenzierte Klangverarbeitung
Gibt es IIC-Hörgeräte mit Bluetooth, App-Steuerung oder Akku?
Auf umfangreiche Zusatzfunktionen muss aufgrund des begrenzten Platzes häufig verzichtet werden. Die Integration von Bluetooth, App-Steuerung oder Akkutechnik ist bei IIC-Hörgeräten derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Die meisten Modelle werden klassisch mit Einwegbatterien betrieben. Wer Wert auf drahtlose Verbindung zum Smartphone oder auf wiederaufladbare Akkus legt, findet diese Funktionen eher bei größeren Im-Ohr- oder Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten.
IIC-Hörgeräte: Welche Vorteile und Nachteile bietet ein IIC-Hörgerät?
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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|
Wie gut ist die Klangqualität bei IIC-Modellen?
Moderne IIC-Hörgeräte bieten durch eine professionelle Anpassung durch einen Hörakustiker und hochwertige Komponenten einen natürlichen und klaren Klang und das trotz der kleinen Bauweise. Grund dafür ist neben der modernen Technologie auch die tiefe Positionierung nahe am Trommelfell. Diese sorgt für einen besonders direkten und authentischen Höreindruck, da der Schall im Vergleich zu anderen Hörgeräten einen kürzeren Weg zurücklegen muss und die natürliche Filterfunktion der Ohrmuschel teilweise erhalten bleibt. Sprache wird insbesondere in ruhigen Umgebungen sowie in moderat lauten Situationen wie in einem Café, bei einem Gespräch zu zweit oder im Büro, klar, differenziert und mit guter Verständlichkeit wahrgenommen. Die Platzierung hat auch einen weiteren Vorteil, denn sie reduziert störende Windgeräusche beim Aufenthalt im Freien erheblich. In sehr geräuschintensiven Situationen wie Restaurants mit hohem Lärmpegel, bei Veranstaltungen oder in großen Menschenmengen können allerdings größere Hörgerätebauformen mit umfangreicherer Richtmikrofontechnik und mehreren Mikrofonen Vorteile bieten, da sie das Sprachsignal gezielter aus Hintergrundgeräuschen herausfiltern können.
Wie sieht der Tragekomfort bei IIC-Hörgeräten aus?
Durch ihre besonders tiefe Platzierung im Gehörgang liegen die Geräte außerhalb des Ohrmuschelbereichs und üben keinen Druck hinter dem Ohr aus. Das ist insbesondere für Brillenträger ein Vorteil. Da IIC-Hörgeräte exakt nach einem Ohrabdruck gefertigt werden, passen sie sich der individuellen Anatomie des Gehörgangs sehr präzise an. Bei korrekter Passform sitzt das Hörgerät sicher, ohne zu verrutschen und wird nach einer Eingewöhnungsphase im Alltag häufig kaum noch wahrgenommen. Der Tragekomfort ist jedoch an mehrere Voraussetzungen geknüpft. Eine ausreichende Gehörgangsgröße, eine glatte Gehörgangsform sowie eine sorgfältige Feinanpassung sind herbei beispielsweise entscheidend. Bei einer zu festen Passform kann es hingegen zu Druckempfindungen kommen, die eine Nachbearbeitung notwendig machen.
Wie lange halten IIC-Hörgeräte im Alltag?
Die tatsächliche Lebensdauer eines Hörgeräts hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Qualität der verwendeten Komponenten, der Häufigkeit und Intensität der individuellen Nutzung, der Pflege sowie den individuellen Bedingungen im Gehörgang wie Cerumenproduktion und Schweißbildung. Da IIC-Geräte aufgrund ihrer Position im Gehörgang stärker beansprucht werden als Hinter-dem-Ohr-Modelle, ist ihre Lebensdauer tendenziell kürzer, regelmäßige Wartungen und eine sorgfältige Pflege können dies jedoch ausgleichen. Gesetzlich Versicherte haben zudem in der Regel nach 6 Jahren Anspruch auf eine erneute Hörgeräteversorgung, sofern diese medizinisch notwendig ist. Prüfen Sie daher die Konditionen ihrer individuellen Krankenversicherung, da hier unterschiedliche Regelungen gelten können.
Wie pflegt und reinigt man ein IIC-Hörgerät richtig?
Ein IIC-Hörgerät sollte idealerweise täglich gereinigt werden, da es aufgrund ihrer tiefen Positionierung im Gehörgang besonders stark mit Cerumen (Ohrenschmalz) in Kontakt kommt. Eine abendliche Reinigung mit einem geeigneten weichen, trockenen Tuch und einer speziellen Bürste entfernt Schmalz und Ablagerungen. Zusätzlich sollten Sie auch den Cerumfilter regelmäßig austauschen. Nach der Reinigung sollten Sie ein Trockensystem nutzen, wie zum Beispiel eine elektrische Trockenbox, um Feuchtigkeit zu entfernen. Alle 3 bis 6 Monate sollte zudem eine professionelle Tiefenreinigung beim Hörakustiker erfolgen, bei der auch die Technik überprüft wird. Diese regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer und erhält die optimale Klangqualität. Zusammengefasst sollten hierfür folgende Maßnahmen durchgeführt werden:
- tägliche Sichtkontrolle
- regelmäßige Reinigung der Schallaustrittsöffnung
- Wechsel von Cerumenfiltern
- Nutzung einer Trockenbox
- regelmäßige Wartung beim Hörakustiker
Was kosten IIC-Hörgeräte?
IIC-Hörgeräte liegen preislich meist deutlich über einfachen Im-Ohr-Modellen und Hinter-dem-Ohr-Geräten, da sowohl Herstellung als auch Anpassung besonders aufwendig und zeitintensiv sind. Im Schnitt liegt der Preis für ein IIC-Hörsystem zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Hörgerät. Die hohen Kosten setzen sich dabei aus Faktoren wie Miniaturisierung der Hörtechnik, Maßfertigung auf Basis eines individuellen Ohrabdrucks sowie der Notwendigkeit hochspezialisierter Komponenten zusammen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Hörakustiker über die erforderliche Expertise und Ausstattung verfügt, um IIC-Hörgeräte optimal anzupassen, was die Auswahl und damit auch die Preisgestaltung beeinflusst.
Welche Preisbereiche gibt es bei IIC-Hörgeräten?
Basismodell: 1.000 bis 1.500 Euro
Mittelklasse: 1.500 bis 2.300 Euro
Premiumklasse: 2.500 bis 3.500 Euro
Die genannten Preise verstehen sich in der Regel pro Ohr. Bei beidseitiger Versorgung (binaurale Anpassung), die medizinisch meist empfohlen wird, verdoppeln sich die Kosten entsprechend. Viele Hörakustiker bieten Paketpreise oder Rabatte bei der Versorgung beider Ohren an.
Welche Zusatzkosten können bei IIC-Hörgeräten entstehen?
- Batterien: IIC-Hörgeräte verwenden kleine Zink-Luft-Batterien der Größe 10, die je nach Nutzungsdauer alle 3 bis 7 Tage gewechselt werden müssen.
- Ersatzfilter (Cerumenfilter): Der Filter Ihres Hörgeräts sollte regelmäßig gewechselt werden, um eine optimale Klangqualität zu gewährleisten. Ein Set reicht in der Regel für mehrere Monate aus und kostet im Schnitt zwischen 10 und 30 Euro.
- Reinigungszubehör: Spezielle Reinigungsbürsten, -tücher und Trockensysteme kosten einmalig zwischen 25 und 80 Euro. Hochwertige elektrische Trockenboxen können zwischen 50 und 100 Euro oder mehr kosten.
- erhöhter Anpassungsaufwand: Bei komplexen Hörverlusten oder anatomischen Besonderheiten können zusätzliche Anpassungstermine notwendig sein, die je nach Hörakustiker teils separat berechnet werden. Viele Akustiker bieten jedoch Servicepakete mit unbegrenzten Nachkontrollen an.
Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei IIC-Hörgeräten?
Beim Kauf eines Hörgeräts übernehmen gesetzliche Krankenkassen bei einer nachgewiesener medizinischer Notwendigkeit grundsätzlich einen gewissen Festbetrag. Bei sogenannten Nulltarif-Hörgeräten sind hierbei die Kosten vollständig abgedeckt, wobei der Versicherte nur einen gesetzlichen Eigenanteil von 10 Euro leisten muss. IIC-Hörgeräte fallen jedoch häufig in den Bereich der sogenannten Wunschgeräte, da sie über die medizinische Grundversorgung hinausgehen und oft aus kosmetischen Gründen gewählt werden. Der Festbetrag wird zwar auch hier angerechnet, der teils erhebliche Differenzbetrag muss jedoch vom Versicherten selbst getragen werden. Bei einem IIC-Gerät für 2.500 Euro würde beispielsweise ein Eigenanteil von etwa 1.700 Euro pro Hörgerät gezahlt werden. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen erstatten oft einen höheren Anteil.
Welche Hörgeräte Krankenkassen am Ende übernehmen beziehungsweise welche zu sogenannten Basismodellen zählen kann im sogenannten Hilftsmittelverzeichnis nachgeschlagen werden. Informieren Sie sich im Vorfeld über die individuelle Vertragskonditionen. Wichtig ist, vor der Bestellung des Hörgeräts einen Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse einzureichen, um die genaue Kostenübernahme zu klären und finanzielle Überraschungen zu vermeiden.
Welche Hersteller bieten IIC-Hörgeräte an?
Gibt es IIC-Hörgeräte mit wiederaufladbarem Akku?
Aktuell sind IIC-Hörgeräte nahezu ausschließlich batteriebetrieben, da die extrem kompakte Bauweise kaum Raum für Akku-Technologie lässt. Wiederaufladbare Akkus benötigen nicht nur mehr Platz als herkömmliche Hörgerätebatterien, sondern erfordern auch zusätzliche Ladeelektronik, die in der Miniatur-Bauform eines IIC-Geräts technisch nur schwer zu realisieren ist. Einige Hörgeräte-Hersteller arbeiten zwar an innovativen Lösungen, doch in der Praxis dominieren weiterhin Zink-Luft-Batterien. Wer großen Wert auf Akku-Technologie legt, sollte daher größere Bauformen wie CIC- oder RIC-Hörgeräte in Betracht ziehen, bei denen diese Funktion mittlerweile Standard ist.
Was ist beim Batteriewechsel bei IIC-Geräten zu beachten?
Der Batteriewechsel bei IIC-Hörgeräten erfordert aufgrund der geringen Gerätegröße etwas Übung und Fingerspitzengefühl. Die verwendeten Batterien der Größe 10 gehören zu den kleinsten Hörgerätebatterien auf dem Markt und können besonders für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik oder Sehschwäche eine Herausforderung darstellen. Es empfiehlt sich daher, den Wechselvorgang gemeinsam mit dem Hörakustiker zu üben, bis die Handgriffe sicher sitzen. Wichtig ist auch, die Schutzfolie der Batterie erst unmittelbar vor dem Einsetzen zu entfernen und der Batterie etwa bis zu 5 Minuten Zeit zu geben, um sich mit Sauerstoff zu aktivieren, da sie ihre volle Leistungsfähigkeit erst durch den Kontakt mit Luft erreicht. Praktisch ist es zudem, stets Ersatzbatterien griffbereit zu haben und das nicht nur Zuhause sondern, beispielsweise in der Handtasche, im Auto oder am Arbeitsplatz, um nicht von einem plötzlich notwendigen Batteriewechsel überrascht zu werden.
Was sollte man vor dem Kauf eines IIC-Hörgeräts wissen?
- Eignung der eigenen Ohrform: Nicht jeder Gehörgang ist anatomisch für IIC-Hörgeräte geeignet. Zu enge, stark gekrümmte oder sehr kurze Gehörgänge können die Platzierung erschweren oder unmöglich machen. Ein erfahrener Hörakustiker kann dies mittels Ohrabdruck und Voruntersuchung feststellen.
- realistischer Technikumfang: Aufgrund der Miniatur-Bauweise sind technische Kompromisse unvermeidlich. Funktionen wie Bluetooth-Streaming, Richtmikrofone oder automatische Programme sind oft nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Klären Sie im Vorfeld, welche Features für Ihren Alltag wirklich unverzichtbar sind.
- Pflege- und Handhabungsaufwand: IIC-Geräte erfordern tägliche Reinigung, denn Ohrenschmalz kann aufgrund der tiefen Positionierung im Ohr die Technik schneller beeinträchtigen als bei anderen Bauformen. Überlegen Sie ehrlich, ob Sie bereit sind, diese Pflegeroutine konsequent einzuhalten.
- Kosten und Eigenanteil: Die Preise für IIC-Hörgeräte liegen üblicherweise zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Gerät. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Festbetrag pro Hörgerät. Der verbleibende Eigenanteil kann je nach Modell und Ausstattung erheblich sein.
- Vergleich mit alternativen Bauformen: Testen Sie verschieden Hörgeräte, um so das ideale System für Ihre Bedürfnisse zu finden.
Lohnt sich ein IIC-Hörgerät im Vergleich zu anderen Im-Ohr-Hörgeräten?
IIC-Hörgeräte sind die ideale Wahl für Menschen, denen maximale Diskretion und Unsichtbarkeit besonders wichtig sind und deren Hörverlust im leichten bis mittelgradigen Bereich liegt. Die tiefe Positionierung im Gehörgang bietet zudem akustische Vorteile: Der natürliche Klang wird besser bewahrt, Windgeräusche werden reduziert, und beim Telefonieren oder Musikhören entstehen weniger störende Nebengeräusche. Allerdings gehen diese Vorteile mit technischen Einschränkungen einher. Wer umfangreiche Zusatzfunktionen wie Bluetooth-Konnektivität für das direkte Streaming von Musik oder Telefonaten, mehrere automatische Hörprogramme oder eine besonders einfache Bedienung mit Bedienelementen wünscht, ist mit größeren Bauformen oft besser beraten. Auch Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik oder starker Cerumenbildung sollten sorgfältig abwägen, ob die Handhabung und Pflege eines IIC-Geräts im Alltag praktikabel ist. Letztlich ist die Entscheidung individuell und sollte gemeinsam mit einem erfahrenen Hörakustiker getroffen werden, der verschiedene Hörsysteme zum Probetragen anbieten kann.

5 Dinge, die Sie beachten sollten
- Gehörgang und Anatomie prüfen: Nur ein ausreichend großer, relativ gerade geformter und nicht zu stark gekrümmter Gehörgang ermöglicht die sichere und tiefe Platzierung eines IIC-Hörgeräts, weshalb eine anatomische Voruntersuchung durch den Hörakustiker unverzichtbar ist.
- Hörverlust abklären: IIC-Hörgeräte eignen sich aufgrund ihrer kompakten Bauweise und begrenzten Verstärkungsleistung primär für leichte bis mittelgradige Hörverluste, während bei starken oder hochgradigen Hörverlusten leistungsstärkere Hörgerätearten empfohlen werden.
- Technikbedürfnisse berücksichtigen: Wer großen Wert auf moderne Zusatzfunktionen wie Bluetooth-Streaming, App-Steuerung oder umfangreiche Konnektivität legt, sollte alternative Hörgeräte in Betracht ziehen, da die extrem kleine Bauform von IIC-Geräten nur begrenzten Raum für zusätzliche Elektronik bietet.
- Pflegeaufwand einschätzen: Tief im Gehörgang platzierte IIC-Geräte erfordern aufgrund des intensiven Kontakts mit Cerumen und Feuchtigkeit eine konsequente tägliche Reinigung sowie regelmäßige professionelle Wartung, was bei der Kaufentscheidung ehrlich berücksichtigt werden sollte.
- individuelle Anpassung: Nur ein präzise auf Basis eines exakten Ohrabdrucks angefertigtes und fachgerecht angepasstes IIC-Hörgerät bietet optimalen Tragekomfort, stabilen Sitz und eine natürliche Klangqualität ohne Druckstellen oder Rückkopplungen.
Fazit
IIC-Hörgeräte sind die unauffälligste Lösung im Bereich der Im-Ohr-Hörgeräte. Sie bieten ein hohes Maß an Diskretion, natürlichen Klang und komfortables Tragen, sind aber aufgrund ihrer Baugröße in Technik, Handhabung und Einsatzbereich eingeschränkt. Für Menschen mit leichtem bis mittelgradigem Hörverlust, die Wert auf nahezu unsichtbare Hörgeräte legen, sind sie ideal. Wer auf Zusatzfunktionen oder stärkere Verstärkung angewiesen ist, sollte alternative Bauformen in Betracht ziehen. Unabhängig von der Entscheidung sind eine ausführliche Beratung durch den Hörakustiker sowie das Probetragen im Alltag entscheidend, um ein Hörsystem zu finden, das die individuellen Hördefizite zuverlässig ausgleicht und die Lebensqualität spürbar verbessert.
IIC-Hörgeräte (Invisible-in-the-Canal): Häufig gestellte Fragen
Gibt es IIC-Hörgeräte auch zum Nulltarif?
IIC-Hörgeräte können grundsätzlich auch zum Nulltarif erhältlich sein, wenn ein Modell vollständig durch den Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse abgedeckt wird. Die Auswahl ist bei diesem Hörsystem aber deutlich begrenzter als bei anderen Bauformen, da Maßanfertigung und starke Miniaturisierung mit höheren Herstellungskosten verbunden sind. In der Praxis zählen die meisten IIC-Hörgeräte daher zu den zuzahlungspflichtigen Wunschgeräten. Ein Vergleich verschiedener Hörakustiker lohnt sich dennoch, da vereinzelt einfache IIC-Modelle im Rahmen der Kassenleistung angeboten werden.
Spürt man IIC-Hörgeräte im Ohr?
In der Eingewöhnungsphase nehmen viele Träger das IIC-Hörgerät zunächst als Fremdkörper im Ohr wahr. Nach einigen Tagen bis wenigen Wochen gewöhnen sich die meisten Menschen jedoch vollständig daran und vergessen regelrecht, dass sie ein Hörgerät tragen. Die maßgefertigte Passform sorgt dafür, dass das Gerät bequem und sicher sitzt. Sollte das Gerät dauerhaft drücken, Schmerzen verursachen oder sich unangenehm anfühlen, ist eine Nachjustierung beim Hörakustiker erforderlich. Eine optimale Passform ist entscheidend für den Tragekomfort und sollte niemals ignoriert werden.
Kann ich mit IIC-Hörgeräten Sport treiben oder schwimmen gehen?
Sport treiben ist mit IIC-Hörgeräten grundsätzlich gut möglich, da sie fest im Gehörgang sitzen und auch bei Bewegung kaum verrutschen. Allerdings sollten Sie die Geräte beim Schwimmen, Duschen oder in der Sauna unbedingt herausnehmen, da sie nicht wasserdicht sind. Feuchtigkeit und Wasser können die empfindliche Elektronik irreparabel beschädigen.
Quellen
[1] „Hören & Hörsysteme“. Bvhi.org, bvhi.org/hoeren-hoersysteme/. Zugegriffen 7. Januar 2026