Sie sind kaum größer als eine Kaffeebohne und verschwinden vollständig im Gehörgang, als hätten sie dort schon immer hingehört. CIC-Hörgeräte stellen eine besonders minimalistische Form der Hörtechnologie dar und erfüllen einen Wunsch, den viele Menschen mit Hörminderung teilen und zwar eine Hörlösung ohne Sichtbarkeit. Anders als konventionelle Hinter-dem-Ohr-Bauformen nutzen diese vollständig im Gehörgang positionierten Systeme gezielt die akustischen Eigenschaften der Ohrmuschel und des äußeren Gehörgangs. Die technische Herausforderung besteht darin, Mikrofon, Verstärker, Lautsprecher und Energieversorgung auf einem Bruchteil des Volumens herkömmlicher Geräte zu integrieren, ohne dabei Abstriche bei der Verstärkungsleistung oder Signalverarbeitung zu machen.
- Was ist ein CIC-Hörgerät (Completely-in-Canal)?
- Was unterscheidet CIC-Hörgeräte von anderen IdO-Hörgeräten?
- Wie wird ein Mini-im-Ohr-Hörgerät im Ohr platziert?
- Wie diskret sind CIC-Hörgeräte im Vergleich zu anderen Bauformen?
- Welche Technik steckt in einem CIC-Hörgerät?
- Welche Funktionen bieten moderne CIC-Hörgeräte?
- Was ist beim Batteriewechsel bei CIC-Hörgeräten zu beachten?
- CIC-Hörgeräte: Welche Vorteile und Nachteile gibt es?
- Wie werden CIC-Hörgeräte individuell angepasst?
- 6 Pflegetipps: Wie reinige ich ein CIC-Hörgerät richtig?
- Welche Hersteller bieten CIC-Hörgeräte an?
- Was kosten CIC-Hörgeräte?
- 5 Dinge, die Sie beachten sollten
- Fazit
- Mini-im-Ohr-Hörgeräte: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die CIC-Hörgeräte gehören zu den Im-Ohr-Hörgeräten und werden vollständig im Gehörgang getragen.
- Aufgrund der begrenzten Baugröße eignen sie sich in erster Linie für leichte bis mittelgradige Hörverluste.
- Sie sind von außen nahezu unsichtbar und zählen zu den sogenannten Mini-Hörgeräten.
- Geeignet sind CIC-Hörgeräte unter anderem für Nutzer mit kosmetischem Anspruch an die Hörhilfe, Menschen mit ausreichend großem und geradem Gehörgang sowie Personen mit guter Feinmotorik.
- CIC- und IIC-Hörgeräte zeichnen sich durch ihre winzige Bauform aus, unterscheiden sich jedoch darin, wie tief das Gerät im Gehörgang sitzt.
Was ist ein CIC-Hörgerät (Completely-in-Canal)?
Die Abkürzung CIC steht für „Completely in the Canal“, also vollständig im Gehörgang und genau dort wird dieses Hörgerät getragen. Ein sitzt tief im Gehörgang und schließt meist bündig mit dem Gehörgangeingang ab. Von außen ist in der Regel lediglich ein sehr feiner Entnahmefaden sichtbar, der aus unscheinbarem Nylon gefertigt ist und das sichere Herausziehen des Geräts möglich macht. CIC-Hörgeräte zählen zu den Im-Ohr-Hörgeräten (IdO) und sind innerhalb dieser Gruppe eine der diskretesten Hörgerätearten, denn hier liegt der Fokus auf minimaler Sichtbarkeit. Die tiefe Positionierung im Gehörgang nutzt dabei die natürliche, individuelle Anatomie des Ohrs optimal aus und ermöglicht eine besonders direkte Schallübertragung zum Trommelfell.
Wie funktioniert ein CIC-Hörgerät?
Die Funktionsweise eines CIC-Hörgeräts basiert auf einem effizienten mehrstufigen Prozess. Die integrierten Mikrofone nehmen die Umgebungsgeräusche auf und wandeln diese in elektrische Signale um. Diese Signale werden anschließend an einen hochleistungsfähigen Mikrochip weitergeleitet, der die akustischen Informationen in Echtzeit analysiert und an das individuelle Hörprofil des Nutzers anpasst. Das bedeutet, es erfolgt eine gezielte Verstärkung bestimmter Frequenzbereiche, während störende Nebengeräusche aktiv reduziert werden. Der Lautsprecher überträgt schlussendlich das optimierte Signal direkt in den Gehörgang. Durch die tiefe Position im Ohr entsteht ein angenehmer und natürlicher Klang, da die Anatomie des Ohrs aktiv in die Schallverarbeitung einbezogen wird. Die Ohrmuschel kann ihre natürliche Funktion als akustischer Trichter weiterhin ausüben, was zu einer besonders authentischen Klangwahrnehmung führt.
Für wen sind CIC-Hörgeräte geeignet?
Ein CIC-Hörgerät eignet sich für Menschen mit einer leichten bis mittelgradigen Hörminderung, die zudem großen Wert auf Diskretion legen. Weniger geeignet sind CIC-Hörgeräte für Menschen mit starkem Hörverlust oder eingeschränkter Fingerfertigkeit, denn das tägliche Einsetzen und Entfernen sowie der Batteriewechsel erfordern eine gewisse manuelle Geschicklichkeit. Auch Träger, die überwiegend ruhige bis mäßig laute Hörsituationen erleben, profitieren besonders von dieser Bauform. Die anatomischen Voraussetzungen sind bei Mini-im-Ohr-Hörgeräte besonders entscheidend, denn ein zu enger oder stark gekrümmter Gehörgang kann die Nutzung unmöglich machen oder zumindest unbequem gestalten. Auch Personen mit häufiger Ohrenschmalzbildung oder chronischen Gehörgangsentzündungen sollten gemeinsam mit ihrem Hörakustiker alternative Bauformen in Betracht ziehen.
Wie finde ich heraus, ob ein CIC-Hörgerät für mich geeignet ist?
Ob ein CIC-Hörgerät die richtige Wahl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn hierbei spielen eine Reihe von individuellen Faktoren eine Rolle. Neben dem Grad des Hörverlusts, sind auch persönliche Gewohnheiten, Erwartungen und körperliche Voraussetzungen entscheidend. Menschen, die häufig in lauten Umgebungen unterwegs sind oder technische Zusatzfunktionen nutzen möchten, stoßen mit dieser Bauform unter Umständen schneller an Grenzen. Der Weg zur richtigen Entscheidung führt über mehrere Schritte, wobei ein umfassender Hörtest, ein Probetragen sowie eine begleitende Beratung durch einen Hörakustiker die Ausgangspunkte bilden.
Was unterscheidet CIC-Hörgeräte von anderen IdO-Hörgeräten?
ITE-, ITC- sowie CIC- und IIC sind Im-Ihr-Hörgeräte und werden direkt im Ohr getragen. Diese Arten unterscheiden sich dabei inbesondere in ihrer Positionierung. CIC-Hörgeräte sitzen vollständig im Gehörgang und sind kleiner als ITC- oder ITE-Modelle. Während ITE-Hörgeräte die Ohrmuschel ausfüllen und ITC-Hörgeräte teilweise im Gehörgang sitzen, sind CIC-Hörgeräte deutlich tiefer platziert. Dadurch sind sie noch unauffälliger, bieten jedoch weniger Platz für zusätzliche Technik als es bei Hinter-den-Ohr-Hörgeräten (HdO) der Fall ist. Nur IIC-Hörgeräte besitzen eine kompaktere Größe und sitzen im Vergleich zu CIC-Geräten noch tiefer im Ohrkanal.

Was ist der Unterschied zwischen CIC- und IIC-Hörgeräten?
Auf den ersten Blick mögen CIC- und IIC-Hörgeräte ähnlich erscheinen, doch ein entscheidender Unterschied liegt in ihrer Positionierung im Gehörgang. Während CIC-Geräte vollständig im Gehörgang sitzen und meist bündig mit dem Gehörgangeingang abschließen, werden IIC-Modelle noch deutlich tiefer platziert und reichen bis nahe ans Trommelfell heran. Diese extreme Positionierung macht IIC-Geräte zur unsichtbarsten verfügbaren Variante. Allerdings stellt diese Bauform auch hohe Anforderungen an die Anatomie des Trägers, denn der Gehörgang muss entsprechend lang und gerade sowie weit genug sein, damit ein IIC-Gerät infrage kommt. CIC-Hörgeräte bieten hier einen ausgewogenen Mittelweg. Sie vereinen hervorragende Diskretion mit besserer Handhabbarkeit und größerem Spielraum für technische Ausstattung, was sie für deutlich mehr Menschen zur praktikablen Lösung macht.
CIC- und IIC-Hörgerät im Vergleich
| Kriterien | CIC | IIC |
|---|---|---|
| Sitzposition im Ohr | tief im Gehörgang | noch tiefer im Gehörgang nahe am Trommelfell |
| Sichtbarkeit | kaum sichtbar | nahezu unsichtbar |
| Technikraum | begrenzt | sehr begrenzt |
| Sprachverständlichkeit | sehr gut im Alltag | gut im Alltag, schwer bei starkem Lärm |
| Wind- und Umweltgeräusche | gut reduziert | sehr gut reduziert |
| Komfort beim Tragen | hoch | hoch, aber Gewöhnung nötig |
| Bedienung (Tasten/Batteriewechsel) | schwierig | noch schwieriger |
| geeignet für | leichte bis mittelgradige Verluste | leichte bis mittelgradige Hörverluste |
| Bluetooth/Streaming-Optionen | eingeschränkt | selten |
Wie wird ein Mini-im-Ohr-Hörgerät im Ohr platziert?
Die korrekte Platzierung eines CIC-Hörgeräts ist erforderlich für Tragekomfort und akustische Leistung. Das maßgefertigte Gehäuse sorgt für einen sicheren Sitz, der weder drückt noch verrutscht. Die individuelle Passform verschließt den Gehörgang weitgehend, was einerseits die akustische Effizienz erhöht, andererseits ein gewisses Fingerspitzengefühl beim Einsetzen erfordert.
Das Einsetzen selbst erfordert etwas Übung, wird aber schnell zur Routine. Der Gehörgang verläuft nicht gerade, sondern leicht gebogen, um das Einführen daher zu erleichtern, sollten Sie Ihren Ohrlappen leicht nach hinten ziehen. Diese Bewegung begradigt den Gehörgang und schafft einen besseren Zugang. Das Hörgerät wird dann an den Gehörgangeingang angesetzt und mit sanftem Druck eingeführt, wobei bei Bedarf auch eine leichte Drehbewegung hilfreich sein kann, um das Gerät in seine endgültige Position zu bringen. Die richtige Technik lässt sich am besten unter Anleitung des Hörakustikers erlernen. Das Entfernen erfolgt mithilfe des feinen Nylonfadens. Durch vorsichtiges, gleichmäßiges Ziehen lässt sich das Hörgerät sicher entnehmen. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, um Verletzungen des empfindlichen Gehörgangs vorzubeugen. Mit zunehmender Erfahrung wird das Ein- und Aussetzen zur automatisierten Handlung.
Wie diskret sind CIC-Hörgeräte im Vergleich zu anderen Bauformen?
Die Frage nach der Diskretion ist für viele Menschen mit Hörminderung von zentraler Bedeutung. CIC-Hörgeräte gehören zweifellos zu den unauffälligsten Hörsystemen, die derzeit verfügbar sind. Die Alltagstauglichkeit zeigt sich in verschiedenen Situationen, denn beim Tragen von Kopfbedeckungen, Brillen oder Kopfhörern entstehen keine Konflikte. Das Telefonieren funktioniert problemlos, da kein Gehäuse die Positionierung des Hörers stört. Selbst bei leichten sportlichen Aktivitäten oder in Momenten, in denen man sich durchs Haar fährt, bleibt das Hörgerät unbemerkt.
Im direkten Vergleich mit ITE- und ITC-Modellen ist der Unterschied gravierend. Während ITE-Geräte die gesamte Ohrmuschel ausfüllen und dadurch gut erkennbar sind, verschwinden CIC-Geräte vollständig im Gehörgang. Auch gegenüber Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten (HdO) bieten CIC-Geräte deutliche Vorteile in Sachen Unauffälligkeit. HdO-Systeme weisen stets ein Gehäuse hinter der Ohrmuschel auf, das je nach Haarlänge und Frisur mehr oder weniger sichtbar bleibt. CIC-Geräte verzichten vollständig auf externe Komponenten. Nur IIC-Hörgeräte übertreffen CIC-Modelle noch in puncto Unsichtbarkeit.
Welche Technik steckt in einem CIC-Hörgerät?
Trotz der sehr kompakten Bauweise enthalten CIC-Hörgeräte alle wesentlichen Komponenten moderner Hörsysteme:
- Mikrofone zur Schallaufnahme
- digitale Signalverarbeitung
- Verstärker zur Anpassung an den Hörverlust
- Lautsprecher zur Schallabgabe
- Batterie oder Mini-Akku
Die technische Ausstattung eines CIC-Hörgeräts ist trotz der extremen Miniaturisierung beeindruckend komplex. Jede Komponente muss auf engstem Raum untergebracht werden, ohne dass Leistung oder Zuverlässigkeit leiden. Die Entwicklung solcher Mikrosysteme erfordert hochspezialisiertes Know-how aus Bereichen wie Mikroelektronik, Akustik und Materialwissenschaft.
Welche Funktionen bieten moderne CIC-Hörgeräte?
- Rückkopplungsunterdrückung, um störende Pfeifgeräusche zuverlässig zu vermeiden
- Störgeräuschreduktion, die Hintergrundgeräusche abschwächt und Sprache hervorhebt
- Digitale Signalverarbeitung mit künstlicher Intelligenz, die Hörsituationen analysiert und das Klangbild automatisch anpasst
- teilweise automatische Programmanpassung, abhängig von der akustischen Umgebung
- Bluetooth- oder Funkanbindung bei ausgewählten Modellen, meist für Steuerungsfunktionen oder eingeschränktes Streaming
- Richtmikrofontechnologie in vereinfachter Form, sofern die Baugröße dies zulässt
- Windgeräuschunterdrückung, besonders bei Aufenthalten im Freien
Moderne CIC-Hörgeräte verfügen trotz ihrer sehr kompakten Bauweise über eine Vielzahl technischer Funktionen, wobei der Umfang abhängig von Anbieter und Modell ist.
Gibt es CIC-Hörgeräte mit Bluetooth oder App-Steuerung?
CIC-Hörgeräte sind aufgrund ihrer sehr kompakten Bauweise technisch stark begrenzt. Dennoch gibt es inzwischen Hörlösungen, die über Bluetooth-Funktionen oder eine App-Anbindung sowie KI verfügen. Die Verfügbarkeit solcher Funktionen hängt jedoch stark vom jeweiligen Modell und Hersteller ab.
Gibt es wiederaufladbare CIC-Hörgeräte?
Traditionell werden CIC-Hörgeräte überwiegend mit sehr kleinen Zink-Luft-Einwegbatterien betrieben. Diese Batterien bieten eine hohe Energiedichte bei minimalem Platzbedarf und sind daher für die kompakte Bauform besonders geeignet. Inzwischen existieren jedoch vereinzelt auch wiederaufladbare CIC-Modelle, bei denen speziell entwickelte Miniaturakkus und eine entsprechend verkleinerte Ladeelektronik zum Einsatz kommen.
Was ist beim Batteriewechsel bei CIC-Hörgeräten zu beachten?
Der Batteriewechsel erfordert etwas Übung und eine gute Feinmotorik. Die richtige Technik beginnt mit sauberen, trockenen Händen. Fett oder Feuchtigkeit an den Fingern können sowohl die Batterie als auch die Kontakte im Hörgerät beeinträchtigen. Die neue Batterie wird aus der Verpackung entnommen und darf nicht sofort eingesetzt werden. Jede Zink-Luft-Batterie ist mit einer farbigen Schutzfolie versiegelt, die vor Gebrauch entfernt werden muss und nach dem Abziehen der Folie sollten Sie mindestens eine Minute warten, bevor die Batterie eingesetzt wird. In dieser Zeit strömt Sauerstoff in die Batterie ein, was für die chemische Reaktion notwendig ist. Diese kurze Aktivierungsphase erhöht die Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Batterie. Beachten Sie hierbei am besten die Herstellerangaben. Ein leichtes Klickgefühl oder spürbarer Widerstand signalisiert, dass die Batterie korrekt sitzt und das Fach geschlossen ist.
CIC-Hörgeräte: Welche Vorteile und Nachteile gibt es?
| Vorteile von CIC-Hörgeräten | Nachteile von CIC-Hörgeräten |
|---|---|
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Wie gut ist die Sprachverständlichkeit bei CIC-Modellen?
Die Sprachverständlichkeit mit CIC-Hörgeräten hängt entscheidend von der Hörsituation und dem Grad der Hörminderung ab. Bei richtiger Anpassung erreichen CIC-Hörgeräte eine gute Verständlichkeit in moderat lauten Umgebungen für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust. In sehr geräuschvollen Situationen stoßen sie jedoch schneller an technische Grenzen als größere Hörsysteme. Sobald aber mehrere Störquellen gleichzeitig auftreten, etwa auf Veranstaltungen oder im Straßenverkehr, können sich die technischen Grenzen dieser Bauform zeigen. Die kompakte Größe lässt nur eine eingeschränkte Mikrofontechnik zu, wodurch Sprache nicht so gezielt aus Hintergrundgeräuschen herausgefiltert werden kann wie bei größeren Hörgeräten. Ein Vorteil ist, dass das Hörgerät tief im Gehörgang sitzt und die natürliche Schallführung des Ohrs nutzt. Sprache erreicht das Trommelfell so auf direktem Weg, was von vielen Nutzern als besonders natürlich und weniger technisch empfunden wird.
Wie verhalten sich CIC-Hörgeräte bei starkem Hörverlust?
Liegt ein ausgeprägter Hörverlust vor, dann ist ein CIC-Hörgerät in der Regel ungeeignet, denn die geringe Baugröße begrenzt sowohl die maximale Verstärkung als auch den Einsatz zusätzlicher Technik zur Unterstützung des Sprachverstehens. In solchen Fällen reicht die Klangaufbereitung oft nicht aus, um Sprache zuverlässig verständlich zu machen. Für stärkere Hörverluste sind daher größere Im-Ohr-Hörgeräte oder Hinter-dem-Ohr-Systeme in der Regel besser geeignet, da sie mehr Leistung, größere Lautsprecher und zusätzliche technische Funktionen bieten. Die Entscheidung sollte stets auf Basis des individuellen Hörtests erfolgen. Ein Hörakustiker kann einschätzen, ob ein CIC-Gerät die notwendige Verstärkung liefern kann oder ob eine größere Bauform erforderlich ist.
Wie werden CIC-Hörgeräte individuell angepasst?
Nach einer detaillierten Höranalyse wird zunächst ein Abdruck des Gehörgangs genommen, der exakt die individuelle Anatomie abbildet. Hierbei wird ein spezielles Silikonmaterial vorsichtig in den Gehörgang eingebracht, wo es aushärtet. Dieser Vorgang ist völlig schmerzfrei. So entsteht ein maßgefertigtes Gehäuse, das weder drückt noch locker sitzt. Nach der Fertigung erfolgt die technische Feinabstimmung. Dabei wird nicht nur der Hörverlust berücksichtigt, sondern auch das subjektive Hörempfinden des Nutzers. Gerade bei CIC-Hörgeräten ist diese Phase besonders wichtig, da die tiefe Platzierung im Ohr die Klangwahrnehmung stärker beeinflusst als bei anderen Bauformen. Mehrere Anpassungstermine sind daher notwendig und auch üblich.
Wie läuft das Probetragen eines CIC-Hörgeräts ab?
Beim Probetragen zeigt sich, ob ein CIC-Hörgerät im Alltag wirklich überzeugt. Über einen festgelegten Zeitraum wird das Hörsystem in typischen Alltagssituationen genutzt. Der Testzeitraum erstreckt sich je nach Anbieter typischerweise bis zu 2 oder mehr Wochen, wobei auch mehr als ein Hörgerät unverbindlich und in der Regel auch kostenfrei getestet werden kann. Diese Dauer ist notwendig, denn das Gehirn benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit. Nach Jahren der Hörminderung muss es erst lernen, mit den wieder verfügbaren Klanginformationen umzugehen. Darüberhinaus geht es nicht nur um das Hören selbst, sondern auch um das Tragegefühl, die Handhabung und das subjektive Klangempfinden. Anschließend teilen Sie Ihre Erfahrungen aus der Testphase mit Ihrem Hörakustiker, der Ihr Hörgerät je nach Bedarf weiter anpasst. Erst wenn sich das Hörgerät für Sie als alltagstauglich erwiesen hat, erfolgt die endgültige Entscheidung für das Modell.
6 Pflegetipps: Wie reinige ich ein CIC-Hörgerät richtig?
1. hygienische Vorbereitung: Waschen Sie sich vor jeder Reinigung gründlich die Hände. Saubere, trockene Hände verhindern, dass zusätzlicher Schmutz oder Fett auf das empfindliche Gerät gelangen.
2. Verwendung spezialisierter Reinigungsmittel: Nutzen Sie ausschließlich Pflegemittel und Werkzeuge, die speziell für Hörgeräte konzipiert sind. Haushaltsmittel wie Reinigungsalkohol, Glasreiniger oder Seife können die empfindlichen Komponenten beschädigen. Spezialisierte Reinigungssets enthalten weiche Bürsten, Tücher und milde Reinigungslösungen.
3. Reinigung der Schallöffnungen: Die kleinen Schallöffnungen und Filter verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie leicht durch Ohrenschmalz verstopfen können. Eine feine Bürste hilft, Ablagerungen vorsichtig zu entfernen. Wenn der Filter stark verschmutzt ist, dann können Sie diesen leicht selbst austauschen.
4. gründliches Trocknen: Nach jeder Reinigung muss das Hörgerät vollständig getrocknet werden. Ein weiches, fusselfreies Tuch eignet sich dafür am besten. Feuchtigkeit ist der größte Feind elektronischer Komponenten und kann langfristig zu Korrosion und Fehlfunktionen führen. Die Aufbewahrung über Nacht in einer speziellen Trockenbox entzieht dem Gerät zuverlässig jegliche Restfeuchtigkeit.
5. Pflege des Batteriefachs: Das Batteriefach sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Oxidation oder Schmutz an den Kontakten können zu Unterbrechungen oder verminderter Leistung führen.
6. professionelle Reinigung: Neben der eigenständigen täglichen Pflege sollte das Hörgerät regelmäßig beim Hörakustiker professionell gereinigt werden. Dort stehen spezielle Geräte zur Verfügung, die auch tiefsitzende Verschmutzungen entfernen können. Diese professionelle Wartung sollte etwa alle 3 bis 6 Monate erfolgen.
Wie lange halten Mini-im-Ohr-Geräte?
Die Lebensdauer eines CIC-Hörgeräts hängt von zahlreichen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Die Qualität der Komponenten, die Intensität der Nutzung und vor allem die Sorgfalt in der Pflege spielen hierbei entscheidende Rollen. Bei sachgemäßer Behandlung und konsequenter Pflege können CIC-Hörgeräte problemlos über viele Jahre hinweg zuverlässig funktionieren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen jedoch auch nach einer Nutzungsdauer von 6 Jahren den Austausch eines alten Hörgeräts durch ein neues Modell.
Welche Hersteller bieten CIC-Hörgeräte an?
Ein guter Hörakustiker führt mehrere Hersteller für Hörgeräte und kann verschiedene Modelle zum Probetragen anbieten. Der direkte Vergleich im eigenen Alltag zeigt oft deutliche, welches Gerät am besten zu den individuellen Bedürfnissen passt. Lassen Sie sich verschiedene Optionen zeigen und nutzen Sie die Möglichkeit zum Probetragen, um die ideale Hörlösung zu finden.
Was kosten CIC-Hörgeräte?
Die Preise für CIC-Hörgeräte variieren deutlich und spiegeln sowohl den technischen Umfang als auch den individuellen Anpassungsaufwand wider. Im Schnitt bewegen sich die Kosten meist zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Gerät, wobei je nach Ausstattung und Qualität der Preis auch höher liegen kann.
CIC-Hörgeräte: Preise in der Übersicht
| Leistungsklasse | Preisspanne pro Gerät | technische Merkmale |
|---|---|---|
| Basis | ab 1.000 Euro | Standardverstärkung, einfache Rauschunterdrückung |
| Mittelklasse | 1.300 bis 2.000 Euro | erweiterte Rausch- und Rückkopplungsunterdrückung, automatische Programme, Bluetooth |
| Premium | 1.800 bis 3.500 Euro | verbesserte Signalverarbeitung, KI-Systeme, ggf. App-Steuerung |
Die angegebenen Preise sollen Ihnen als grobe Orientierung dienen und können je nach Hersteller, individuellen Anpassungsaufwand und regionalen Gegebenheiten variieren.
Welche Faktoren beeinflussen den Preis von CIC-Hörgeräten?
- Hersteller
- gewähltes Technikniveau
- individuelle Anpassungsprozese
- Serviceleistungen
- Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bei CIC-Hörgeräten?
Liegt eine anerkannte Hörminderung vor, beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse mit einem festen Zuschuss an den Kosten für Hörgeräte. Ein einfaches, zweckmäßiges Modell kann damit nahezu vollständig finanziert werden. Sie müssen lediglich mit einer gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro rechnen. Für technisch höherwertige oder besonders kleine Ausführungen ist in der Regel ein zusätzlicher Eigenanteil erforderlich.
Ob ein bestimmtes Modell als sogenanntes Nulltarif-Hörgerät gilt, lässt sich im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen prüfen. Dort sind alle erstattungsfähigen Hörhilfen aufgeführt, die den festgelegten Anforderungen entsprechen. Wird ein Hörgerät über die Krankenkasse bezogen, gibt es außerdem für standardmäßige Reparaturen von Hörgeräten sowie notwendige Wartungsleistungen einen Pauschalbetrag, der diesen Service abdeckt.
5 Dinge, die Sie beachten sollten
- Vor der Entscheidung für ein CIC-Hörgerät als Hörlösung sollte der Hörverlust ärztlich abgeklärt werden, da dies Voraussetzung für eine Kostenbeteiligung der Krankenkasse ist.
- Es lohnt sich, unterschiedliche Bauformen auszuprobieren, um die individuellen Vor- und Nachteile realistisch einschätzen zu können.
- Das Probetragen sollte bewusst genutzt werden, da sich Tragekomfort und Hörqualität erst im Alltag zuverlässig beurteilen lassen.
- Eine regelmäßige und sorgfältige Pflege ist unerlässlich, um die empfindliche Technik dauerhaft zu schützen.
- Zusätzlich tragen Nachkontrollen beim Hörakustiker dazu bei, die Hörleistung langfristig stabil zu halten.
Fazit
Gutes Hören ist ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität, sozialer Teilhabe und Sicherheit im Alltag. CIC-Hörgeräte bieten eine besonders diskrete Möglichkeit der Hörversorgung und überzeugen durch ihre unauffällige Platzierung im Gehörgang. Dennoch sollte die Entscheidung für oder gegen diese Bauform nicht allein aus ästhetischen Gründen getroffen werden. Faktoren wie Hörverlust, Alltagssituation, manuelle Handhabung und Pflegeaufwand spielen eine ebenso wichtige Rolle. Eine ausführliche Beratung durch einen Hörakustiker hilft dabei, die eigenen Anforderungen realistisch einzuschätzen und eine langfristig passende Lösung zu finden.
Mini-im-Ohr-Hörgeräte: Häufig gestellte Fragen
Kann ich ein Mini-Im-Ohr-Hörerät auch beim Sport tragen?
Grundsätzlich bieten Mini-im-Ohr-Hörgeräte einen sicheren Sitz und bleiben auch bei Bewegung stabil im Ohr. Allerdings reagieren viele Modelle empfindlich auf Feuchtigkeit. Starke Schweißbildung oder Wassersport können die Technik beeinträchtigen oder dauerhaft beschädigen. Bei sportlicher Nutzung empfiehlt es sich daher, auf die IP-Schutzklasse zu achten. Die Zertifizerung IP68 steht dabei für vollständigen Staubschutz (Ziffer 6) und hohe Wasserresistenz (Ziffer 8) und ist eine der höchsten Schutzklassen.
Ist ein Mini-im-Ohr-Gerät für Kinder geeignet?
Mini-im-Ohr-Hörgeräte sind für Kinder in der Regel nicht geeignet. Aufgrund ihrer sehr kleinen Bauweise lassen sie sich nur schwer an das wachsende Ohr anpassen. Zudem sind Bedienung, Pflege und Kontrolle für Kinder deutlich anspruchsvoller. Für junge Nutzer werden meist robustere und flexiblere Hörsysteme empfohlen, die sich besser an veränderte anatomische Voraussetzungen anpassen lassen.
Muss ich bei CIC-Hörgeräten häufiger die Batterie wechseln?
Durch die sehr kleine Bauweise verfügen CIC-Hörgeräte über entsprechend kompakte Batterien. Diese müssen in der Regel häufiger gewechselt werden als bei größeren Hörsystemen. Je nach Nutzungsdauer und Leistungsanforderung kann ein Batteriewechsel alle 3 bis 7 Tage notwendig sein.
Quellen
[1] Initiative-Hörgesundheit. EuroTrak Deutschland Hörstudie 2025. www.xn--initiative-hrgesundheit-jlc.de/images/download/EuroTrakDeutschlandH%C3%B6rstudie2025_kurz.pdf. Zugegriffen 8. Januar 2026.