Im-Ohr-Hörgeräte gibt es in verschiedenen Preisklassen, sodass für jedes Budget das passende Modell verfügbar ist. Die Kosten hängen dabei vor allem von der technologischen Ausstattung ab. Bevor Sie sich für ein Hörgerät entscheiden, ist es wichtig, sich mit Ihrer Krankenkasse auseinanderzusetzen. Für medizinisch notwendige Hörgeräte erhalten gesetzlich Versicherte einen Festbetrag, der die Anschaffungskosten deutlich reduziert. Entscheiden Sie sich daher für ein Basisgerät, werden die Kosten vollständig von der Kasse abgedeckt und Sie selbst müssen lediglich eine Zuzahlung von 10 Euro leisten. Möchten Sie ein Hörsystem mit erweiterten Funktionen, wie etwa Bluetooth oder modernen Signalverarbeitungsoptionen, müssen Sie die Differenz zwischen Festbetrag und Anschaffungspreis selbst übernehmen. Wichtig ist, dass Sie sich im Vorfeld einen klaren und transparenten Preisüberblick verschaffen. Ausschlaggebend ist dabei vor allem, dass Sie das Hörgerät finden, das Ihren Alltag optimal unterstützt.
- Im-Ohr-Hörgerät Kosten im Überblick [2026]
- Was kostet ein Im-Ohr-Hörgerät?
- Welche Leistungen deckt die gesetzliche Krankenkasse ab?
- Was zahlt die private Krankenversicherung für ein In-Ear-Hörgerät?
- Gibt es Zuschüsse für Berufstätige oder über die Pflegekasse?
- Welche Finanzierungsmodelle oder Ratenzahlungen gibt es für Hörgeräte?
- Wie unterscheiden sich günstige und teure Im-Ohr-Hörgeräte?
- Welche Hörgeräte fallen unter die Kassenzulassung?
- Was ist ein „Nulltarif“-Hörgerät und welche Leistungen sind enthalten?
- Wie wirken sich Technik und Ausstattung auf den Preis aus?
- Was kosten Im-Ohr-Hörgeräte im Vergleich zu HdO- und RIC-Hörgeräten?
- Wie lange halten IdO-Hörgeräte und wie wirkt sich das auf die Kosten aus?
- Welche Hersteller bieten Im-Ohr-Hörgeräte in unterschiedlichen Preisklassen an?
- Lohnt sich ein höherpreisiges Im-Ohr-Hörgerät langfristig?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Im-Ohr-Hörgeräte Preise: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Die Preise für Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) variieren stark und liegen in der Regel zwischen 600 Euro und 3.500 Euro pro Gerät.
- Entscheidend für den Preis sind die technische Ausstattung, der Hersteller und die Bauform des Hörgeräts.
- Preislich lassen sich die Geräte in Einstiegsklasse oder Nulltarif-Modell, Mittel- bzw. Komfortklasse und Premium unterteilen.
- Gesetzlich vorgeschriebene Hörgeräte werden von der Krankenkasse mit einem Festbetrag finanziert. Für privat Versicherte gelten je nach Vertrag unterschiedliche Konditionen.
- Basismodelle enthalten alle notwendigen technischen Funktionen für ein natürliches Hörerlebnis.
- Der Festbetrag der Krankenkasse kann hierbei die gesamten Kosten abdecken, sodass meist nur eine Zuzahlung von 10 Euro anfällt.
Im-Ohr-Hörgerät Kosten im Überblick [2026]
| Kostenposten | Preis | typische Ausstattung/Hinweise |
|---|---|---|
| ITC (In-the-Canal) | 1.000 bis 3.500 Euro | Basis- bis Premiumfunktionen, digitale Signalverarbeitung, teils Bluetooth, mehrere Hörprogramme |
| ITE (In-the-Ear) | 600 bis 2.600 Euro | gegen Aufpreis erweiterte Ausstattung wie automatische Anpassung oder Bluetooth |
| IIC (Invisible-in-Canal) | 1.000 bis 3.500 Euro | besonders unauffällig, Basis- bis Premiumtechnologie, optional App-Steuerung, Mikrofon- und Verstärkertechnik auf kleinstem Raum |
| CIC (Completely-in-Canal) | 1.000 bis 3.500 Euro | vollständig im Gehörgang, Basisfunktionen bis modernste Technik, meist digitale Signalverarbeitung, mehrere Hörprogramme |
| Reinigungs- und Pflegezubehör | 50 bis 200 Euro | Pflegestifte, Reinigungsflüssigkeiten, Trockenboxen, Aufbewahrung für Langlebigkeit des Geräts |
| Batterien (bei batteriebetriebenen Geräten) | 30 bis 100 Euro pro Jahr | abhängig von Nutzung, Modell und Batterietyp, meist 1 bis 2 Wechsel pro Woche bei Standardbatterien, mit Großpackungen lassen sich Kosten einsparen |
| Reparatur und Wartung | 50 bis 200 Euro pro Jahr | Kleinreparaturen, Serviceleistungen; bei Krankenkassenmodellen durch Pauschale abgedeckt |
| Ladestation (bei Akku-Modellen) | 100 bis 200 Euro | zum Aufladen wiederaufladbarer Hörgeräte, Ladezyklen für mehrere Tage Nutzung, platzsparend und handlich |
| Fernbedienung | 50 bis 150 Euro | für höheren Bedienkomfort oder zusätzlich zur Appsteuerung; Preis abhängig von Hersteller und Funktionsumfang |
Was kostet ein Im-Ohr-Hörgerät?
Die Preise für Im-Ohr-Hörgeräte sind abhängig von Bauform, technischer Ausstattung und Hersteller. Ohne den Festbetrag der Krankenkasse können Sie ein IdO-Hörgerät bereits ab etwa 600 Euro erwerben. Hochwertige Modelle mit erweiterten Funktionen kosten zwischen 1.000 und 3.500 Euro. Ist ein Hörgerät gesundheitlich dringend notwendig und liegt ein ärztliches Attest vor, haben gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, ein Nulltarif-Modell zu wählen, bei dem lediglich ein Eigenanteil von rund 10 Euro anfällt. Diese Geräte enthalten alle notwendigen Funktionen für gesundes Hören, verzichten jedoch auf moderne Zusatzfunktionen wie Bluetooth oder KI-gestützte Signalverarbeitung.
Möchten Sie ein Hörgerät mit zusätzlichen Features, müssen Sie die Differenz zwischen dem Privatpreis und den Festbetrag der Krankenkasse des Hörgeräts selbst tragen. Für die regelmäßige Wartung und kleinere Reparaturen stellt die Krankenkasse zusätzlich einen Pauschalbetrag bereit.
Welche Preisspannen gelten für IdO-Hörgeräte?
Basismodelle sind bereits ab etwa 600 bis 700 Euro erhältlich, während Komfort- und Premiumgeräte zwischen 1.000 und 3.500 Euro pro Ohr kosten können. Die Preisspannen orientieren sich an der Bauform und Ausstattung.
- Basisgeräte: Geräte der Einstiegsklasse liegen preislich zwischen 600 und 1.000 Euro pro Ohr. Nulltarif-Modelle für gesetzlich Versicherte decken alle notwendigen Funktionen ab und kosten lediglich eine Zuzahlung von 10 Euro pro Ohr. Sie verfügen über die grundlegenden Funktionen wie digitale Signalverarbeitung, einfache Störgeräuschunterdrückung und Basis-Rückkopplungsunterdrückung. Diese Modelle eignen sich besonders für Menschen mit leichter Hörminderung, die Wert auf eine solide Grundversorgung legen.
- Mittelklasse: In der Komfortklasse bewegen sich die Preise zwischen 1.200 und 2.000 Euro pro Ohr. Diese Geräte bieten erweiterte Funktionen wie mehrere Hörprogramme, automatische Umgebungsanpassung und verbesserte Sprachverständlichkeit in verschiedenen Hörsituationen. Häufig ist bei diesen Modellen bereits eine Bluetooth-Anbindung integriert, die das direkte Streamen von Telefongesprächen und Musik ermöglicht. Die Handhabung ist komfortabler und die Klangqualität deutlich natürlicher als bei Basisgeräten.
- Premiumgeräte: Premium-Hörgeräte kosten zwischen 2.000 und 3.500 Euro pro Ohr und verfügen über hochmoderne Technologie. Sie bieten KI-gestützte Signalverarbeitung, adaptive Richtmikrofone, umfangreiche App-Steuerung und zusätzliche Features wie Tinnitusprogramme oder GPS-Ortung. Diese Geräte passen sich automatisch an komplexe Hörsituationen an und ermöglichen auch in anspruchsvollen Umgebungen ein optimales Hörerlebnis.
Welche Zusatzkosten können bei In-Ear-Hörgeräten entstehen?
- Batterien oder wiederaufladbare Akkus: Batteriebetriebene Hörgeräte benötigen regelmäßig neue Batterien. Je nach Modell, Nutzungsdauer und Batterieart entstehen dafür jährliche Kosten von etwa 30 bis 100 Euro. Akkubetriebene Hörgeräte vermeiden diese laufenden Ausgaben, sind in der Anschaffung jedoch meist teurer. Nach mehreren Jahren kann zudem ein Austausch des Akkus erforderlich werden, wenn die Leistung nachlässt. Dafür können Kosten von bis zu 200 Euro oder mehr anfallen, die in der Regel vom Träger selbst zu übernehmen sind.
- Reinigungs- und Pflegezubehör: Zur ordnungsgemäßen Pflege Ihres Hörgeräts benötigen Sie spezielle Reinigungsmittel, Trockenboxen und Pflegestifte. Ein Basis-Reinigungsset kostet etwa 50 bis 100 Euro. Hochwertigere elektrische Trockenboxen können bis zu 200 Euro kosten, bieten jedoch eine effektivere Trocknung und Reinigung.
- Wartung und kleinere Reparaturen: Auch wenn die Krankenkasse bei Kassenmodellen einen Pauschalbetrag für Wartung übernimmt, können bei privat finanzierten Geräten oder umfangreicheren Reparaturen Kosten zwischen 50 und 200 Euro pro Jahr anfallen. Dazu gehören der Austausch von Verschleißteilen, Filtertausch und gelegentliche Softwareupdates.
- Anpassungskosten: In Einzelfällen können zusätzliche Kosten entstehen, etwa wenn der Anpassungsaufwand besonders hoch ist oder eine aufwendige individuelle Anfertigung des Ohrstücks erforderlich wird. In der Regel sind diese Leistungen jedoch im Rahmen der Versorgung über die Krankenkasse abgedeckt.
- optionales Zubehör: Zusätzliche Komponenten wie Fernbedienungen, spezielle Ladestationen für Akkugeräte oder externe Mikrofone können weitere Kosten für Hörsysteme verursachen. Eine hochwertige Ladestation kostet etwa 100 bis 200 Euro, während eine Fernbedienung zwischen 20 und 150 Euro liegt.
Lassen Sie sich alle anfallenden Kosten vorab transparent und verständlich aufzeigen und erklären. Ein seriöser Hörakustiker wird Ihnen einen detaillierten Kostenvoranschlag erstellen, damit Sie genau wissen, welche Ausgaben auf Sie zukommen.
Welche Leistungen deckt die gesetzliche Krankenkasse ab?
Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Hörgeräte, wenn eine medizinische Notwendigkeit durch eine ärztliche Verordnung festgestellt wurde. Die Höhe des Zuschusses erfolgt über einen sogenannten Festbetrag. Dieser liegt je nach Krankenkasse und Versorgungsfall im Durchschnitt bei etwa 704 Euro pro Hörgerät. [1] Der genaue Betrag kann variieren, weshalb es sinnvoll ist, sich vorab direkt bei der eigenen Krankenkasse zu informieren. Der Festbetrag deckt jedoch nicht nur das Hörgerät selbst ab. Er umfasst auch zahlreiche Leistungen des Hörgeräteakustikers, die für eine fachgerechte Versorgung notwendig sind. Im Rahmen des Festbetragsgruppensystems für Hörgeräte und Tinnituskombigeräte sind unter anderem folgende Leistungen abgedeckt:
- Erhebung der persönlichen Hörsituation und Bedarfsanalyse
- Untersuchung der Ohren, Gehörgänge und Trommelfelle
- Durchführung von Hörtests zur Messung des Ton- und Sprachhörens
- Beratung zur Hörgeräteversorgung
- Vorauswahl geeigneter Hörgeräte entsprechend dem Hörverlust https://www.akustiker.net/magazin/hoerverlust
- Programmierung und individuelle Anpassung der Hörprogramme
- Einweisung in Bedienung, Pflege und Handhabung des Hörgeräts
- Feinanpassungen nach einer Testphase im Alltag
- Kontrollmessungen, auch unter Störgeräuschen
- Dokumentation der Versorgung und Abrechnung mit der Krankenkasse
[2]
Damit ist sichergestellt, dass mit einem Basishörgerät vollständig und fachgerecht versorgt werden, ohne zusätzliche Kosten tragen zu müssen. Die gesetzliche Krankenkasse bietet zudem zusätzlich Pauschalen für Wartung und kleinere Reparaturen am Hörgerät an. Entscheiden Sie sich für ein von der Krankenkasse zugelassenes Modell, haben Sie in der Regel alle 6 Jahre Anspruch auf ein neues Hörgerät.
Was zahlt die private Krankenversicherung für ein In-Ear-Hörgerät?
Bei privat Krankenversicherten hängen die Leistungen stark vom jeweiligen Tarif ab. In vielen Fällen übernimmt die private Krankenversicherung höhere Beträge als die gesetzliche Krankenkasse und beteiligt sich nicht nur an Basismodellen, sondern auch an Hörgeräten der Komfort- oder Premiumklasse. Je nach Vertragsbedingungen kann sogar der vollständige Kaufpreis erstattet werden. Auch moderne Zusatzfunktionen wie Bluetooth oder App-Steuerung sind bei manchen Tarifen eingeschlossen. Eine vorherige Prüfung der Versicherungsbedingungen ist daher empfehlenswert.
Gibt es Zuschüsse für Berufstätige oder über die Pflegekasse?
In bestimmten Fällen können Berufstätige und Pflegebedürftige zusätzliche Zuschüsse für Hörgeräte erhalten, die über den Festbetrag der gesetzlichen Krankenkasse hinausgehen. Voraussetzung ist in der Regel eine medizinische oder berufliche Notwendigkeit sowie ein vorheriger Antrag beim zuständigen Kostenträger. Ist das schlechte Hören nachweislich durch die berufliche Tätigkeit verursacht, etwa durch dauerhafte Lärmbelastung am Arbeitsplatz, kann die zuständige Berufsgenossenschaft die Kosten für das Hörgerät übernehmen. Dies betrifft insbesondere lärmintensive Berufe wie im Baugewerbe oder in der Industrie. Ist die Erwerbsfähigkeit durch eine Hörminderung gefährdet und reicht die Grundversorgung der Krankenkasse nicht aus, kann die Deutsche Rentenversicherung zudem als Rehabilitationsträger einspringen. Einen Zuschuss über die Pflegekasse gibt es in der Regel nicht, hierbei ist die Krankenkasse in erster Linie der richtige Ansprechpartner.
Welche Finanzierungsmodelle oder Ratenzahlungen gibt es für Hörgeräte?
Viele Hörakustiker bieten flexible Finanzierungsmöglichkeiten an, um höhere Eigenanteile planbar zu machen. Gängig sind Ratenzahlungen über Zeiträume von 12 bis 36 Monaten. Alternativ kann ein Teilbetrag sofort gezahlt und der Rest in monatlichen Raten beglichen werden. Für hochwertige Premiumgeräte kommen in manchen Fällen auch Leasingmodelle infrage, bei denen die Kosten über eine feste Laufzeit verteilt werden.
Wie unterscheiden sich günstige und teure Im-Ohr-Hörgeräte?
Die verbaute Technologie bestimmt maßgeblich den Preis. Günstige Geräte bieten grundlegende Funktionen wie Anpassung an die Hörschwelle, einfache Geräuschunterdrückung und Basisverstärkung mit 6 Kanälen. Sie verfügen meist über wenige Hörprogramme und manuelle Lautstärkeregelung. Die Klangqualität ist solide, erreicht aber nicht die Natürlichkeit höherwertiger Modelle. Teurere Modelle verfügen über digitale Signalverarbeitung mit 16 oder mehr Kanälen für präzisere Anpassung an das individuelle Hörprofil. Sie bieten mehrere Hörprogramme, Bluetooth-Anbindung, App-Steuerung, automatische Umgebungsanpassung und oft KI-gestützte Rauschunterdrückung. Der entscheidende Unterschied zeigt sich bei der Sprachverständlichkeit in geräuschvollen Umgebungen. Während Basisgeräte Sprache lediglich verstärken, können Premium-Modelle Sprache gezielt von Hintergrundgeräuschen trennen und hervorheben. Dies führt zu einem deutlich angenehmeren Hörerlebnis in Restaurants, auf Veranstaltungen oder in belebten Straßen. Zusätzlich bieten Premium-Geräte höheren Tragekomfort durch hochwertigere Materialien und raffiniertere Miniaturisierung.
Welche Hörgeräte fallen unter die Kassenzulassung?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten für Im-Ohr- sowie Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, die den Anforderungen des Hilfsmittelverzeichnisses entsprechen. [2] Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung, das die Hörminderung dokumentiert und die Notwendigkeit einer Versorgung bestätigt. Der Festbetrag gilt dabei pro Ohr.
Was ist ein „Nulltarif“-Hörgerät und welche Leistungen sind enthalten?
Ein Nulltarif-Hörgerät ist ein gesetzlich anerkanntes Basismodell, das alle notwendigen Funktionen für gesundes Hören enthält. Es fallen nur minimale Eigenanteile von 10 Euro pro Ohr an. Die Geräte verzichten auf Komfortfunktionen wie KI-gestützte Rauschunterdrückung. Damit ein Hörgerät von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst wird und die Grundversorgung des Trägers auch gewährleistet ist, muss es unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:
- digitale Signalverarbeitung
- Mehrkanaltechnik mit mindestens 6 Kanälen zur differenzierten Anpassung verschiedener Tonbereiche
- Rückkopplungsunterdrückung zur Vermeidung von Pfeifgeräuschen
- Störschallunterdrückung für besseres Sprachverstehen in lauter Umgebung
- mindestens 3 manuell wählbare oder automatisch gesteuerte Hörprogramme
- ausreichende Verstärkungsleistung gemäß den Vorgaben der jeweiligen Produktuntergruppe im Hilfsmittelverzeichnis nach § 139 SGB V
[2]
Für Menschen mit unkomplizierten Hörsituationen oder eingeschränktem Budget stellen Nulltarif-Geräte eine ausgezeichnete Lösung dar. Die Krankenkasse übernimmt die gesamten Kosten für das Gerät sowie pauschal Wartung und kleinere Reparaturen über einen Zeitraum von 6 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist haben Sie Anspruch auf eine Neuversorgung.
Wie hoch ist der Eigenanteil bei Im-Ohr-Hörgeräten?
Bei einem Nulltarif- oder Basismodell liegt der Eigenanteil in der Regel bei rund 10 Euro pro Ohr. Dieser Betrag wird als gesetzliche Zuzahlung einmalig fällig und deckt die gesamte Versorgung ab. Für höherwertige Modelle zahlen Sie entsprechend die Differenz zwischen Festbetrag der Krankenkasse und dem tatsächlichen Kaufpreis.
Beispielrechnung: IdO-Hörgerät Eigenanteil
| Modell/Kategorie | IdO-Gerät | Privatpreis pro Ohr | Festbetrag Beispiel Krankenkasse | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|
| Nulltarif | Basismodell | 714 Euro | 704 Euro | 10 Euro |
| Mittelklasse | Komfortmodell | 1.500 Euro | 704 Euro | 796 Euro |
| Premium | Premium | 3.200 Euro | 704 Euro | 2.496 Euro |
Welche Unterschiede gibt es bei den Kosten zwischen CIC, IIC und klassischen IdO-Modellen?
Im-Ohr-Hörgeräte unterscheiden sich nicht nur in der Bauform und Positionierung, sondern auch deutlich im Preis. Die Preise reichen je nach Ausstattung von 600 bis 3.500 Euro. Grundsätzlich gilt, dass je kleiner und unauffälliger das Hörgerät, desto höher ist der technische Aufwand und damit auch die Kosten.
- CIC (Completely-in-Canal): Vollständig im Gehörgang sitzend, nahezu unsichtbar. Die Preise liegen zwischen 1.000 und 3.500 Euro. CIC-Modelle sind besonders diskret, erfordern aber präzise Miniaturtechnik.
- IIC (Invisible-in-Canal): Extrem kleine Hörgeräte, die tief im Gehörgang sitzen und fast unsichtbar sind. Preislich bewegen sie sich ebenfalls zwischen 1.000 und 3.500 Euro. Aufgrund der starken Miniaturisierung sind sie technisch anspruchsvoll und oft aufwendiger gefertigt.
- ITC (In-the-Canal): Sitzen teilweise im Gehörgang, sind etwas größer als CIC oder IIC und bieten mehr Platz für Technik. Die Preise variieren je nach Ausstattung zwischen 1.000 und 3.500 Euro.
- ITE (In-the-Ear): Größere Modelle, die vollständig im äußeren Gehörgang sitzen. Sie sind komfortabler in der Handhabung und bieten Raum für umfangreiche Technik. Die Preise reichen je nach Ausstattung von 600 bis 2.500 Euro.
Wie wirken sich Technik und Ausstattung auf den Preis aus?
Die verbaute Technik ist der wichtigste Faktor für den Preis eines Hörgeräts. Je ausgefeilter die Hörtechnik, desto höher der Preis. Dabei sollten Sie prüfen, welche Funktionen für Ihren Hörverlust tatsächlich notwendig sind. Basisgeräte bieten bereits einen Ausgleich für leichten bis mittleren Hörverlust. Zusätzliche Funktionen können das Hörerlebnis deutlich verbessern:
- Signalverarbeitung und Kanäle: Einfache Geräte arbeiten mit mindestens 6 Kanälen, Premiumgeräte nutzen 16 oder mehr Kanäle. Mehr Kanäle ermöglichen eine feinere Abstimmung der Frequenzen, ein natürlicheres Klangbild und bessere Sprachverständlichkeit. Jeder zusätzliche Kanal erhöht die Komplexität und somit den Preis.
- Störgeräuschunterdrückung und Richtmikrofone: Moderne Geräte erkennen automatisch Hintergrundgeräusche und reduzieren sie. Premiumgeräte nutzen KI-gestützte Systeme, die unterschiedliche Geräuschquellen erkennen und anpassen. Richtmikrofone fokussieren auf den Gesprächspartner und blenden störende Geräusche aus.
- Hörprogramme und automatische Anpassung: Basisgeräte bieten 2 bis 3 manuell wählbare Hörprogramme. Komfort- und Premiumgeräte erkennen die Umgebung automatisch, wechseln selbstständig zwischen Programmen und lernen aus den Anpassungen des Nutzers, wodurch sich die Hörleistung kontinuierlich optimiert.
Wie beeinflussen Bluetooth, Akku oder App-Steuerung den Preis?
Zusätzliche technische Komfortfunktionen, wie KI-optimierte Klangverarbeitung sowie moderne Akkutechnik lassen den Endpreis für ein ITE-Hörgerät steigen. Entscheiden Sie sich für ein Minihhörgerät mit Akku kann der Preis je nach Art des Hörgeräts und je nach Anbieter bereits um 20 bis 40 Prozent steigen, denn in den kleinen Hörgeräten muss auf kleinsten Raum leistungsstarker Akku verbaut werden und das lässt den Preis wiederum steigen. Mittlerweile gehören App-Anwendungen bei modernen Hörsystemen jedoch zum Standard. Über sie lassen sich unter anderem die Lautstärke einstellen und verschiedene Hörfunktionen auswählen. Im Allgemeinen gilt, umso effizienter die Technik und umfangreicher die Austattung, desto mehr kostet das Hörystem.
Welche Rolle spielt die Miniaturisierung bei den Kosten?
IdO-Hörgeräte zeichnen sich durch kompakte, diskrete Bauformen aus. Kleine Hörsysteme erfordern hochentwickelte Technik auf engstem Raum, was die Produktionskosten erhöht. Folgende Punkte beeinflussen dabei den Preis:
- Integration der Technik: Mikrochips, Verstärker, Lautsprecher und Mikrofone müssen auf kleinstem Raum untergebracht werden, ohne dass die Leistung leidet.
- Energieversorgung: Kleine Geräte benötigen winzige Batterien oder spezialisierte Akkus, deren Fertigungskosten höher sind.
Die Miniaturisierung erhöht also sowohl Entwicklungs- als auch Produktionskosten, was sich im Endpreis widerspiegelt.
Was kosten Im-Ohr-Hörgeräte im Vergleich zu HdO- und RIC-Hörgeräten?
| Bauform | Preisbereich pro Ohr | Besonderheiten/Vorteile |
|---|---|---|
| IdO-Hörgeräte | 600 bis 3.500 Euro | diskret, Maßanfertigung nach Gehörgang, Miniaturisierung steigert Preis |
| HdO-Hörgeräte https://www.akustiker.net/magazin/hinter-dem-ohr-hoergeraet-hdo | 500 bis 4.000 Euro | viel Platz für Technik, lange Batterielaufzeiten, leistungsstark, auch für hochgradige Hörminderungen geeignet |
| RIC (Receiver-in-Canal) | bis 3.000 Euro | kleine Bauform von HdO-, Tragekomfort, guter Klang für leicht bis mittelgradige Hörverluste |
Wie lange halten IdO-Hörgeräte und wie wirkt sich das auf die Kosten aus?
Die Lebensdauer ist abhängig von der Nutzungsart und der Qualität und kann daher unterschiedlich lang ausfallen Nach dieser Zeit können Verschleiß, Materialermüdung oder veränderte Hörbedürfnisse einen Austausch notwendig machen. Hochwertige Geräte sind oft robuster verarbeitet und lassen sich leichter warten oder aufrüsten, was die langfristigen Kosten senkt. Wer ein günstiges Basismodell wählt, muss unter Umständen früher Ersatz anschaffen, während Premiumgeräte durch ihre Langlebigkeit und bessere Technik über mehrere Jahre zuverlässig funktionieren.
Was ist in einem Hörgeräte-Preis enthalten?
Der Preis eines Hörgeräts umfasst nicht nur das Gerät selbst, sondern auch wichtige begleitende Leistungen. Dazu zählen der Hörtest, die individuelle Anpassung durch den Akustiker sowie mehrere Feinjustierungen, um das Hörgerät optimal auf Ihren Hörverlust und Alltag abzustimmen. Ebenfalls enthalten sind in der Regel Serviceleistungen wie Kontrolltermine, Reinigung und kleinere Nachjustierungen. Zusätzlich verfügen die meisten Hörgeräte über eine Garantie für eine bestimmte Laufzeit, die zum Beispiel Material- und Herstellungsfehler abdeckt.
Welche Hersteller bieten Im-Ohr-Hörgeräte in unterschiedlichen Preisklassen an?
Die meisten Hersteller von Hörgeräten führen sowohl Basisgeräte für die medizinische Grundversorgung als auch Komfort- und Premiumgeräte mit modernen Technologien wie Bluetooth, App-Steuerung oder KI-gestützter Signalverarbeitung. Folgende Herstellter sind Bereich der ITE-Hörgeräte besonders etabiliert:
Lohnt sich ein höherpreisiges Im-Ohr-Hörgerät langfristig?
Ein höherpreisiges Im-Ohr-Hörgerät kann sich langfristig durchaus lohnen, insbesondere wenn hoher Tragekomfort, eine verbesserte Klangqualität und eine langlebige Verarbeitung wichtig sind. Hochwertige Modelle bieten mehr Anpassungsmöglichkeiten, reagieren präziser auf unterschiedliche Hörsituationen und sind in der Regel robuster verarbeitet. Dadurch bleiben sie über viele Jahre zuverlässig nutzbar, was die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu günstigeren Basismodellen relativieren kann, die unter Umständen früher ersetzt werden müssen. Wie viel Sie letztlich in ein Hörgerät investieren sollten, hängt jedoch maßgeblich von der Art und dem Grad Ihres Hörverlusts sowie von Ihrem persönlichen Budget ab. Während Basisgeräte bei medizinischer Notwendigkeit als Nulltarif-Modelle vollständig über die Krankenkasse abgedeckt sein können, bieten höherpreisige Hörgeräte zusätzliche Komfort- und Technikfunktionen, die den Höralltag spürbar erleichtern und besser zu individuellen Ansprüchen passen können. Welches Modell für Sie am besten geeignet ist, finden Sie idealerweise gemeinsam mit einem Hörgeräteakustiker heraus.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Bevor Sie ein Hörgerät auswählen, sollten Sie sich über die Leistungen Ihrer Krankenkasse informieren.
- Wählen Sie ein Gerät, das genau Ihren Alltag und Ihre individuellen Höranforderungen unterstützt, ohne dass unnötige Funktionen bezahlt werden müssen.
- Eine tägliche Reinigung sowie eine regelmäßige Prüfung durch den Hörakustiker tragen maßgeblich zur Langlebigkeit des Geräts bei und verringern das Risiko von Schäden und aufwendigen Reparaturen. Lassen Sie sich daher von Ihrem Akustiker genau in die richtige Pflege Ihres Hörgeräts einweisen.
- Vereinbaren Sie daher möglichst mehrere Anpasstermine und testen Sie verschiedene Modelle. Achten Sie darauf, wie das Gerät sitzt, ob es im Alltag angenehm zu tragen ist und ob die Klangqualität Ihren Bedürfnissen entspricht.
- Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Nachrüstungen möglich sind und welche Kosten dafür anfallen könnten.
Fazit
Im-Ohr-Hörgeräte sind in zahlreichen Preisklassen erhältlich, wobei die Kosten je nach Bauform, technischer Ausstattung, Hersteller und gewünschten Zusatzfunktionen variieren. Gesetzlich Versicherte profitieren von Festbeträgen, die bei medizinischer Notwendigkeit einen Großteil der Anschaffungskosten abdecken. Wer sich für ein höherwertiges Gerät mit zusätzlichem Komfort, verbesserter Klangqualität und modernen Funktionen entscheidet, muss allerdings mit einem höheren Eigenanteil rechnen. Eine sorgfältige Auswahl und der Vergleich verschiedener Modelle helfen Ihnen dabei, das optimale Hörgerät für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden.
Im-Ohr-Hörgeräte Preise: Häufig gestellte Fragen
Kann ich ein Hörgerät von der Steuer absetzen?
Wenn das Gerät medizinisch notwendig ist, können die Anschaffungskosten als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dazu zählen neben dem Hörgerät selbst auch Zubehör, Batterien und Wartungsleistungen. Eine ärztliche Bescheinigung oder ein Rezept sind dabei notwendige Dokumente.
Kann ich mein Hörgerät versichern lassen?
Versicherungen bieten spezielle Policen für Hörgeräte an. Eine Hörgeräteversicherung deckt in der Regel Diebstahl, Verlust, Beschädigungen oder Reparaturen ab, die über die gesetzliche Garantie hinausgehen. Die Kosten für eine solche Versicherung variieren je nach Anbieter und Umfang des Schutzes.
Muss ich für das Probetragen eines Hörgeräts etwas zahlen?
Das Testtragen von Hörgeräte beim Hörakustiker ist unverbindlich und kostenlos. Auch der Hörtest sowie die erste Beratung sind meist unverbindlich und kostenfrei. Viele Akustiker ermöglichen ein Probetragen über mehrere Wochen, damit Sie Klangqualität, Tragekomfort und Alltagstauglichkeit in unterschiedlichen Hörsituationen realistisch testen können.
Quellen
[1] „Hörgeräte: Was zahlt die Krankenkasse?“ Verbraucherzentrale.de, www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/hoergeraete-was-zahlt-die-krankenkasse-11470. Zugegriffen 13. Januar 2026.
[2] (GKV-Spitzenverband), Spitzenverbandes Bund der. „1. Allgemeine Erläuterungen zum Festbetragsgruppensystem und zu den Festbeträgen“. Gkv-spitzenverband.de, www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/hilfsmittel/festbetraege/einzelne_himi_arten/20211220_Festbetraege_fuer_Hoerhilfen.pdf. Zugegriffen 13. Januar 2026.