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Hörgeräte

RIC-Hörgeräte (Reciever in the Canal): Vorteile, Hersteller & Preise

Verfasst von Max Seitz
Zuletzt aktualisiert: 24. April 2026
Lesedauer: 23 Minuten
© peakSTOCK / istockphoto.com

RIC-Hörgeräte zählen zu den beliebtesten Hörsystemen, da sie eine gelungene Kombination aus diskretem Design, hoher Klangqualität und vielseitiger Anpassbarkeit bieten. Durch ihre Bauweise sprechen sie besonders Menschen an, die Wert auf Komfort und ein natürliches Hörerlebnis legen. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich allerdings deutlich in Preis und Eigenschaften. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf Technik, Tragekomfort und Bedienung, um das Hörsystem zu finden, das sich am besten in den Alltag integrieren lässt und als individuelle Hörlösung Ihre Anforderungen erfüllt. Eine persönliche Anpassung beim Hörakustiker ist auch hier besonders wichtig, damit das Gerät nicht nur technisch passt, sondern auch zuverlässig und für Sie angenehm funktioniert.

Alles auf einen Blick:

  • RIC-Hörgeräte kombinieren eine dezente Bauweise mit einem natürlichen und klaren Klangbild.
  • Der Receiver sitzt direkt im Gehörgang, wodurch der Schall besonders nah am Trommelfell ankommt.
  • Die Geräte eignen sich vor allem für leichten bis mittleren Hörverlust, teils aber auch für stärkere Einschränkungen.
  • Viele Modelle bieten moderne Funktionen wie Akku, Bluetooth und App-Steuerung für eine flexible Hörlösung im Alltag.
  • Preis, Komfort und technische Ausstattung unterscheiden sich je nach Hersteller, Modell und Anpassung deutlich.
  • Die Krankenkasse übernimmt für bestimmte Leistungen, insbesondere Standardmodelle, einen Zuschuss von bis zu 785 Euro.

Was sind RIC-Hörgeräte?

Receiver-in-Canal-Hörgeräte sind eine moderne Bauform von Hörgeräten, bei der der Lautsprecher (Receiver) direkt im Gehörgang sitzt, während der Rest der Technik hinter dem Ohr getragen wird. Diese Bauweise ermöglicht eine besonders direkte Schallübertragung, da der Schall näher in Richtung Trommelfell geleitet wird, und sorgt häufig für ein natürliches und klares Hörerlebnis. Gleichzeitig sind diese Hörsysteme meist leicht, diskret und angenehm zu tragen, was sie für viele Nutzer im Alltag besonders attraktiv macht. Aufgrund ihrer technischen Flexibilität eignen sie sich zudem für verschiedene Grade von Hörverlust und lassen sich individuell anpassen. Die Grundlage dafür bildet ein individueller Hörtest, der das Ausmaß des Hörverlusts exakt bestimmt.

Für wen sind RIC-Hörgeräte geeignet?

RIC-Hörgeräte eignen sich besonders für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust, können je nach Modell aber auch bei stärkerer Schwerhörigkeit eingesetzt werden. Sie sind ideal für Personen, die Wert auf ein natürliches Klangbild und eine gute Sprachverständlichkeit legen, etwa im Alltag, bei Gesprächen oder in geselligen Situationen. Auch für Nutzer, die eine unauffällige und komfortable Hörlösung bevorzugen, sind RIC-Modelle gut geeignet, da sie klein, leicht und optisch dezent sind. Darüber hinaus sprechen sie Menschen an, die zum ersten Mal ein Hörgerät nutzen, da die Kombination auseinfacher Handhabung und bequemen Tragen zum Eingewöhnen gut geeignet ist.

Für wen sind RIC-Hörgeräte ungeeignet?

Weniger geeignet sind Receiver-in-Canal-Hörgeräte hingegen für Personen, die eine besonders robuste Bauweise bevorzugen oder eine einfache Möglichkeit der Bedienung benötigen. Für Menschen, die unter ausgeprägtem Hörverlust leiden, ist diese Art der Hörsysteme ebenfalls suboptimal. RIC-Hörgeräte werden zwar stetig weiterentwickelt und verbessert, stoßen jedoch an ihre Leistungsgrenzen. Auch die Form und Breite des Gehörgangs spielen eine Rolle. Ist der Gehörgang sehr eng oder anatomisch ungünstig geformt, kann das Tragen eines RIC-Hörgeräts unangenehm sein oder nur eingeschränkt funktionieren.

Wie funktionieren RIC-Hörgeräte?

RIC-Hörgeräte funktionieren, indem sie Schall aus der Umgebung aufnehmen, digital verarbeiten und anschließend direkt im Gehörgang wiedergeben. Kleine Mikrofone im Gehäuse hinter dem Ohr erfassen die Umgebungsgeräusche und wandeln sie in elektrische Signale um. Diese werden in einem integrierten Prozessor analysiert und individuell verstärkt. Sprache wird beispielsweise hervorgehoben und störende Hintergrundgeräusche werden reduziert. Anschließend wird das Signal über ein dünnes Kabel an den sogenannten Receiver weitergeleitet, der sich direkt im Gehörgang befindet. Dort wird es wieder in Schall umgewandelt und gezielt ins Ohr abgegeben. Durch diese Bauweise liegt der Lautsprecher näher am Trommelfell, was eine besonders natürliche Klangwiedergabe und ein klares Hörerlebnis ermöglicht. Gleichzeitig bleibt der Gehörgang oft teilweise offen, sodass auch unverstärkte Umgebungsgeräusche weiterhin wahrgenommen werden können. Das sorgt für ein angenehmes und natürliches Hörgefühl.

Worin unterscheiden sich RIC-Hörgeräte von HdO- und IdO-Hörgeräten?

RIC-Hörgeräte unterscheiden sich von Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten (HdO) und Im-Ohr-Hörgeräten (IdO) vor allem in entscheidenden Faktoren wie beispielsweise

  • Aufbau,
  • Klang und
  • Tragegefühl.

Während bei Im-Ohr-Hörgeräten die diskrete Optik gleichzeitig die Reinigung erschwert, bieten Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte selten die Möglichkeit für einen Teilaustausch, falls diese Hörgeräte eine Reparatur verlangen. Bei diesen beiden Methoden der Hörsysteme gibt es allerdings noch wesentlich mehr positive und negative Faktoren. 

Die verschiedenen Hörsysteme im Überblick

Kriterium RIC (Receiver-in-Canal) HdO (Hinter-dem-Ohr) IdO (Im-Ohr)
Aufbau
  • Lautsprecher im Gehörgang
  • andere Komponenten hinter dem Ohr
alle Komponenten hinter dem Ohr alle Komponenten im Ohr
Klangqualität
  • sehr natürlich
  • klar
  • kraftvoll
  • etwas weniger direkt
  • natürlich
  • abhängig von Baugröße
Tragegefühl
  • leicht
  • angenehm
  • offenes Ohrgefühl
  • stabil
  • etwas größer
  • unauffällig
  • kann verschlossen wirken
Optik
  • dezent
  • kaum sichtbar
sichtbarer als RIC sehr unauffällig
Leistungsbereich meist leicht bis mittel leicht bis hochgradig meist leicht bis mittel
Pflegeaufwand etwas anfälliger für Ohrenschmalz und Feuchtigkeit robust und pflegeleicht
  • anfälliger für Verunreinigung
  • schwieriger, da komplett im Ohr
Besonderheit
  • Lautsprecher direkt im Ohr
  • natürlicher Klang
sehr leistungsstark und vielseitig komplett im Ohr integriert


Welche Vorteile haben RIC-Hörgeräte?

Receiver-in-Canal-Hörgeräte, kurz RIC-Hörgeräte, gehören zu den beliebtesten Hörgeräteformen, weil sie natürliches Hören, hohen Tragekomfort und moderne Technik miteinander verbinden. Da der Lautsprecher direkt im Gehörgang sitzt, wird der Schall besonders klar und natürlich in Richtung Trommelfell übertragen. Gleichzeitig sind die Geräte leicht, sitzen dezent hinter dem Ohr und lassen den Gehörgang oft teilweise offen, sodass ein unangenehmes Verschlussgefühl meist ausbleibt. Auch die Sprachverständlichkeit wird durch moderne Technik verbessert, indem Sprache gezielt hervorgehoben und Störgeräusche reduziert werden. Zudem lassen sich diese Hörsysteme flexibel an unterschiedliche Hörverluste anpassen, insbesondere bei leichtem bis mittlerem Hörverlust, und bieten häufig Zusatzfunktionen wie Bluetooth-Verbindungen mit Smartphone oder Fernseher. Insgesamt überzeugen sie damit durch eine diskrete Optik, angenehmes Tragen und eine alltagstaugliche Hörlösung mit natürlicher Klangqualität. 

Ein HdO-Hörgerät mit transparentem Ohrpassstück liegt auf der Handfläche einer älteren Person.
Ein Hörgerät kann gerade im Alter den Alltag deutlich erleichtern. © Lubo Ivanko / istockphoto.com

Welche Nachteile haben RIC-Hörgeräte?

RIC-Hörgeräte sind etwas empfindlicher als andere Bauformen und können daher pflege- und wartungsintensiver sein. Zudem sind sie nicht in jeder Situation die ideale Lösung. Bei sehr starkem Hörverlust oder wenn die Handhabung möglichst einfach sein soll, sind RIC-Hörgeräte nicht die beste Wahl. Des Weiteren kann es zu Rückkopplungen bei diesen Hörgeräten kommen. Wenn das passiert, Wenn das passiert, geschieht es schnell, dass das Hörgerät pfeift, was extrem unangenehm für den Hörer ist. Je nach Modell können, außerdem höhere Kosten entstehen. Insgesamt hängen die möglichen Nachteile jedoch stark von den individuellen Bedürfnissen, dem Hörverlust und der richtigen Anpassung ab.

Vor- und Nachteile von RIC-Hörgeräten im Überblick

Vorteil Nachteil
  • natürliches Klangbild durch den direkt im Gehörgang sitzenden Lautsprecher
  • Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Schmutz, da der Lautsprecher direkt im Ohr sitzt
  • hoher Tragekomfort durch leichte Bauweise
  • offeneres Tragegefühl ohne starken Verschluss des Gehörgangs
  • Empfindlichkeit gegenüber Beschädigungen, da die Bauweise vergleichsweise filigran ist
  • unauffällige Designs dank kleinem Gehäuse und dünnem Kabel
  • begrenzte Eignung bei starkem Hörverlust, da RIC-Hörgeräte an Leistungsgrenzen stoßen können
  • gute Sprachverständlichkeit, da moderne Technik Sprache hervorhebt und Störgeräusche reduziert
  • kleine Bauteile können die Handhabung erschweren und setzen oft eine gute Feinmotorik voraus
  • flexible Anpassung für verschiedene Grade von Hörverlust geeignet
  • erhöhtes Risiko für Rückkopplungen bei ungünstiger Anpassung oder nicht optimal sitzendem Dome
  • moderne Technik mit Zusatzfunktionen wie Bluetooth oder App-Steuerung
  • oft höhere Anschaffungskosten, besonders bei technisch umfangreich ausgestatteten Modellen

Welche Hersteller bieten RIC-Hörgeräte an?

RIC-Hörgeräte werden von zahlreichen internationalen und deutschsprachig bekannten Herstellern angeboten. Diese Hersteller vertreiben RIC-Hörgeräte in der Regel über verschiedene Marken, Produktlinien und Ausstattungsstufen im Fachhandel. Welche Marke im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt vor allem vom Hörverlust, den gewünschten Funktionen und den persönlichen Tragegewohnheiten ab. Eine individuelle Beratung im Fachgeschäft hilft dabei, ein passendes Modell auszuwählen.

Welche Marken dominieren den Markt für RIC-Hörgeräte?

Der Markt für RIC-Hörgeräte wird vor allem von großen, international aufgestellten Hörgeräteunternehmen geprägt. Da diese Bauform heute zu den am häufigsten gewählten Hörsystemen zählt, dominieren vor allem etablierte Marken mit breitem Sortiment, moderner Technik und unterschiedlichen Ausstattungsstufen für verschiedene Hörbedürfnisse. Besonders stark vertreten sind dabei Marken, die im Fachhandel seit Jahren eine hohe Bekanntheit und Marktpräsenz haben. 

Warum dominieren diese Anbieter den Markt für RIC-Hörgeräte? 

  • hohe Innovationskraft
  • moderne Bluetooth-Funktionen
  • KI-gestützte Sprachverbesserung
  • wiederaufladbare Systeme
  • weltweite Vertriebs- und Servicenetze
  • technologische Führungsrolle im RIC-Bereich
  • starke Marktpräsenz in einem wachsenden Segment

Welche Modelle gibt es bei RIC-Hörgeräten?

RIC-Modell bedeutet nicht ein einzelnes Gerät, sondern:

  • jede Marke hat mehrere Serien 
  • jede Serie hat Leistungsklassen (z. B. 3 / 5 / 7 / 9) 

Hierbei unterscheiden sie sich in

  • technologischem Fortschritt
  • Störgeräuschunterdrückung
  • Zusatzfunktionen (App, Streaming, Sensorik)

WAS BEDEUTEN DIE LEISTUNGSKLASSEN?
Hörgeräte werden innerhalb einer Modellreihe oft in verschiedenen Leistungsklassen angeboten, zum Beispiel 3, 5, 7 oder 9. Je höher die Stufe, desto umfangreicher sind in der Regel die technischen Funktionen. Das betrifft Sprachverarbeitung, Störgeräuschunterdrückung, Automatikprogrammen oder Konnektivität.

RIC-Hörgeräte: Diese Modelle gibt es

Kategorie technisches Niveau Hauptmerkmale geeignet für
Premium/High-End sehr hoch
  • KI-Geräuschunterdrückung
  • automatische Szenenanalyse
  • bestes Sprachverstehen
  • anspruchsvolle Nutzer
  • komplexe Hörsituationen
Mittelklasse/Advanced hoch
  • gute Automatik
  • solides Sprachverstehen
  • Gespräche
  • Arbeit mit Geräuschkulisse
Basis/Kassengeräte grundlegend
  • Basisverstärkung
  • wenig Automatik
  • oft zuzahlungsfrei
  • einfacher Hörverlust
  • ruhige Umgebungen
Akku-RIC alle Klassen vertreten wiederaufladbar komfortorientierte Nutzer
Batterie-RIC alle Klassen vertreten
  • wechselbare Batterien
  • kleinere Bauform
Nutzer, die Flexibilität wollen
Power-RIC hoch
  • stärkere Verstärkerleistung
  • größere Receiver
mittlerer bis stärkerer Hörverlust
GUT ZU WISSEN:
Die KI in RIC-Hörgeräten erkennt automatisch, ob gerade gesprochen wird, Umgebungslärm herrscht oder Musik läuft. Daraufhin passt das System den Klang in Echtzeit an, hebt Sprache hervor und reduziert störende Geräusche. So wird Hören im Alltag verständlicher, natürlicher und oft auch deutlich komfortabler.

Was kosten RIC-Hörgeräte? 

RIC-Hörgeräte kosten zwischen 650 pro Ohr für Basisgeräte und 3.000 Euro und mehr pro Ohr für Premiumgeräte. Wie auch schon bei den Modellen gibt es hier große Unterschiede in Qualität und Verwendungszweck. Die Preise variieren vor allem nach 

  • Technologiestufe,
  • Hersteller und
  • Ausstattung.

Entscheidend ist dabei auch, welche Hörgeräte von der Krankenkasse übernommen werden. Vor einer Anschaffung ist es grundsätzlich sinnvoll, sich im Vorfeld gut zu informieren. Ein erster Schritt ist dabei häufig ein unverbindlicher Hörtest, um den eigenen Hörbedarf realistisch einschätzen zu können. Eine Nachfrage bei der zuständigen Krankenkasse kann dabei ebenso hilfreich sein wie der Austausch mit einem erfahrenen Fachanbieter. So lassen sich offene Fragen frühzeitig klären und individuelle Anforderungen besser berücksichtigen.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten von RIC-Hörgeräten?

Faktor Einfluss auf die Kosten
Technologiestufe Hochwertigere Modelle bieten meist eine präzisere Signalverarbeitung und mehr Hörkomfort, was den Preis erhöht.
Funktionsumfang Zusatzfunktionen wie Bluetooth, automatische Anpassung oder spezielle Hörprogramme wirken sich direkt auf die Kosten aus.
Bauweise und Ausstattung Wiederaufladbare Modelle oder hochwertigere Komponenten sind in der Anschaffung oft teurer.
Materialien und Verarbeitung Langlebige und qualitativ hochwertige Materialien können den Preis erhöhen, bieten dafür aber oft mehr Komfort und Haltbarkeit.
individuelle Anpassung Umfangreiche Anpassung, Feineinstellung und persönliche Betreuung durch den Hörakustiker sind häufig im Preis enthalten.
Service und Nachbetreuung Nachkontrollen, Wartung und spätere Anpassungen erhöhen die Gesamtkosten und können sich im Preis widerspiegeln.
Krankenkassenzuschuss Die Höhe der Kostenübernahme beeinflusst, wie hoch der Eigenanteil für die versicherte Person ausfällt.
Eigenanteil bei Komfortfunktionen Wer zusätzliche Technik oder mehr Komfort wünscht, muss meist eine private Zuzahlung leisten.


Wie unterscheiden sich die Preise je nach Ausstattung und Technik?

Die Preisunterschiede bei RIC-Hörgeräten lassen sich im Wesentlichen auf die Ausstattung und den technischen Leistungsumfang zurückführen. In der Praxis spricht man oft von 3 Klassen, die den Unterschied gut sichtbar machen. 

Ausstattung/Technik typische Preisspanne Unterscheidungsmerkmale
Basis (Kassenmodelle) 690 bis 785 Euro pro Gerät (jedoch nur bis zu 10 Euro Eigenanteil)
  • Grundfunktionen wie Sprachverstärkung
  • einfache Störgeräuschunterdrückung
  • wenige Hörprogramme
  • ausreichend für ruhige Hörsituationen
Mittelklasse 1.000 bis 2.000 Euro pro Gerät
  • automatische Anpassung an verschiedene Umgebungen
  • bessere Geräuschfilter
  • mehr Frequenzkanäle
  • oft Bluetooth für Streaming
Premiumklasse 2.000 bis 3.000 Euro und mehr pro Gerät
  • hochentwickelte Technik wie KI-gestützte Signalverarbeitung
  • 360-Grad-Hören
  • präzises Richtungshören
  • maximaler Hörkomfort auch in komplexen Situationen

Entscheidend ist, dass sich mit steigender Technik vor allem die Verarbeitung komplexer Hörsituationen verbessert. Während Basisgeräte primär Sprache in ruhiger Umgebung unterstützen, können Premiumgeräte Gespräche

  • in lauten Atmosphären wie im Restaurant,
  • bei Wind oder
  • in größeren Gruppen

deutlich besser herausfiltern und natürlicher darstellen.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei RIC-Hörgeräten?

Die Krankenkasse übernimmt vor allem bei Einstiegsmodellen, worunter grundsätzlich auch RIC-Modelle fallen, einen großen Teil der Kosten. Prinzipiell zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Festbetrag pro Ohr. Dieser liegt bei 690 bis 785 Euro pro Hörgerät. Reicht dieser Festbetrag aus, um ein geeignetes Basismodell vollständig zu finanzieren, fällt für gesetzlich Versicherte lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät an. In diesem Fall spricht man auch von sogenannten Nulltarif– oder Kassengeräten. Entscheidet man sich hingegen für ein technisch höherwertiges Hörgerät, das über die Grundversorgung hinausgeht, muss die Differenz zum Festbetrag selbst getragen werden. Die Zuzahlung der Krankenkasse ist immer im gleichen Rahmen. Bei privat Versicherten hängt die Kostenübernahme stark vom individuellen Tarif ab und fällt häufig höher aus.

Die Krankenkasse übernimmt:

  •  Hörgerät (medizinisch ausreichend)
  •  Anpassung durch Hörakustiker
  •  Otoplastik (Ohrpassstück)
  •  Nachsorge & Wartung
  •  Reparaturen (teilweise)
  •  Batterien (bei Batteriegeräten)

Die übliche Versorgungsdauer von Hörgeräten liegt bei etwa sechs Jahren, was auch von gesetzlichen Krankenkassen als Richtwert angesetzt wird. [1] Eine Kontrolle mit eventueller Aufbereitung empfiehlt sich nach einiger Zeit. So können Mängel frühzeitig behoben werden und die Nutzungsdauer des Hörsystems wird maximiert.

SCHON GEWUSST?
Eine zuzahlungsfreie Versorgung mit einem RIC-Hörgerät ist grundsätzlich möglich, wenn das Gerät die medizinischen Anforderungen erfüllt und ein ausreichendes Sprachverstehen gewährleistet. In der Praxis handelt es sich dabei meist um Basis- oder Einstiegsmodelle, die den notwendigen funktionalen Nutzen abdecken. Gesetzlich ist zudem festgelegt, dass der Hörakustiker verpflichtet ist, mindestens ein solches zuzahlungsfreies Hörgerät anzubieten.

Wichtige Einschränkungen bestehen darin, dass private Krankenkassen je nach Tarif unterschiedlich leisten, ein Zuschuss grundsätzlich nur bei ärztlich festgestelltem Hörverlust gewährt wird, welcher in der Regel durch einen Hörtest nachgewiesen wird. Ein Hörtest erfolgt in der Regel als standardisierte audiometrische Untersuchung, wie sie zum Beispiel von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfohlen wird. Der Anspruch auf neue Hörgeräte besteht in der Regel erst nach rund 6 Jahren erneut. Fachlich entscheidend ist außerdem, dass die Krankenkasse nur eine ausreichende und zweckmäßige Versorgung finanziert, nicht jedoch automatisch die beste verfügbare Technik. Das bedeutet konkret, dass eine funktional gute Hörversorgung übernommen wird, während zusätzlicher Komfort oder High-End-Technik in der Regel selbst bezahlt werden müssen.

Kostenbeispiel: typische Eigenanteile für RIC-Hörgeräte 

Kategorie Eigenanteil pro Ohr von der Krankenkasse übernommener Anteil Gesamtkosten pro Ohr
Basis (Kasse) 0 bis 10 Euro 690 bis 785 Euro 690 bis 785 Euro
Mittelklasse 500 bis 1.200 Euro 690 bis 785 Euro 1.190 bis 1.985 Euro
Premium 1.200 bis 3.000 Euro 690 bis 785 Euro 1.890 bis 3.785 Euro

Sind RIC-Hörgeräte ihren Preis wert?

 Wenn das Hören durch ein RIC-Hörgerät erleichtert beziehungsweise verbessert wird, können

  • die bessere Hörqualität,
  • das natürlichere Klangbild,
  • der höhere Tragekomfort und
  • die technische Unterstützung

den höheren Preis rechtfertigen. Weniger lohnenswert sind RIC-Hörgeräte in teureren Ausstattungsstufen dagegen, wenn der Hörbedarf eher einfach ist, zum Beispiel bei leichtem Hörverlust oder überwiegend ruhigen Alltagssituationen. Wenn Zusatzfunktionen wie App-Steuerung, Streaming oder besondere Komfortmerkmale kaum genutzt werden, ist der Mehrwert ebenfalls gering. Entscheidend dafür, welches Hörgerät am besten zu Ihnen passt, ist also nicht nur der Preis, sondern auch Faktoren wie individuelle Präferenzen und das Tragegefühl.

Kann man mit RIC-Hörgeräten Musik hören?

Moderne RIC-Hörgeräte sind zum Musikhören besonders gut geeignet. Viele Modelle verfügen über spezielle Musikprogramme, die im Vergleich zu klassischen Sprachprogrammen mit einem erweiterten Frequenzbereich, geringerer Signalverarbeitung und weniger Kompression arbeiten. Dadurch bleiben Dynamik, Klangtiefe und feine Nuancen besser erhalten, sodass Musik deutlich natürlicher und voller wirkt. Solche Programme sind nicht nur für lautes Musikhören wie bei Konzerten sinnvoll, sondern auch für den alltäglichen Musikgenuss – sei es zu Hause, beim Streaming oder beim Musizieren. Im Gegensatz dazu ist das normale Hörprogramm primär auf Sprachverständlichkeit ausgelegt und reduziert gezielt Hintergrundgeräusche, was bei Musik eher zu einem flacheren Klang führen kann. Gerade durch die Bauweise mit dem im Gehörgang sitzenden Receiver können RIC-Hörgeräte die natürliche Klangverarbeitung des Ohrs gut unterstützen. Das macht sie in vielen Fällen zu einer besonders geeigneten Lösung für Menschen, die Wert auf ein gutes Musikerlebnis legen.



Welche Probleme können bei RIC-Hörgeräten auftreten?

  • Feuchtigkeit & Ohrenschmalz 
  • defekter oder verschlissener Receiver
  • Rückkopplung
  • Kabelprobleme
  • Akkuprobleme
  • Batterieprobleme
  • Tragekomfort und Sitz
  • technische Störungen

Feuchtigkeit & Ohrenschmalz bei RIC-Hörgeräten

Bei RIC-Hörgeräten lässt sich der Teil, der außen an der Ohrmuschel anliegt deutlich besser reinigen. Allerdings sitzt der Receiver direkt im Gehörgang und ist dadurch besonders schwer zu erreichen. Das ist bei IIC-Hörgeräten also Invisible-in-the-Canal-Geräten, die komplett im Ohr gelagert sind, auch der Fall. 

Typische Folgen:

  • dumpfer oder verzerrter Klang
  • kompletter Tonausfall
  • häufigere Reparaturen

Durch die Positionierung sind Feuchtigkeit und Ohrenschmalz bei diesen Hörhilfen einer der häufigsten Gründe für Defekte. 

RIC-Hörgeräte: defekter oder verschlissener Receiver

Der Lautsprecher ist ein Verschleißteil, das sich nach einiger Zeit durch den Gebrauch abnutzt. Hierbei können unterschiedliche Folgen entstehen, da das Ausmaß des Schadens am Receiver natürlich unterschiedlich schwer ausfällt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Defekt. Typische Symptome sind:

  • Hören plötzlich leiser
  • Aussetzer
  • einseitiger Klangverlust

 Receiver müssen alle 1 bis 3 Jahre ersetzt werden.

Rückkopplung (Pfeifen) bei RIC-Hörgeräten

Kann auftreten, wenn:

  • das Ohrpassstück nicht richtig in der Ohrmuschel sitzt
  • der Gehörgang sich verändert
  • zu viel Verstärkung eingestellt ist

Rückkopplungen kommen bei Hörgeräten vermehrt bei hohen Lautstärken zustande. Wenn das passiert, kommt es leicht dazu, dass das Hörgerät pfeift, was für den Träger sehr unangenehm werden kann. Diese werden aber durch die stets modernere Technik immer seltener, da neuere Hörsysteme aktiv dagegen arbeiten.

GUT ZU WISSEN:
Hörgeräte können – nach einem Hörtest – vor dem Kauf auch getestet werden, um festzustellen ob sie geeignet sind.

RIC-Hörgeräte: Kabelprobleme zwischen Gerät und Receiver

  • Wackelkontakt
  • Kabelbruch
  • intermittierender Ton

Das Kabel ist zwar für den Alltag ausgelegt, kann aber durch häufiges An- und Ablegen, Hängenbleiben oder unsachgemäßen Umgang mit der Zeit verschleißen.

Akkuprobleme bei RIC-Hörgeräten

  • nachlassende Laufzeit
  • Ladeprobleme

Batterieprobleme bei RIC-Hörgeräten

  • häufiger Wechsel nötig
  • Kontaktprobleme

Receiver-in-the-Canal: Tragekomfort und Sitz

Nicht jeder kommt sofort gut zurecht. Mögliche Beschwerden bei Trägern:

  • Druckgefühl im Ohr
  • Fremdkörpergefühl
  • Jucken oder Reizungen

Diese Probleme sind oft durch Anpassungen wie den Wechsel von Dom oder Otoplastik lösbar. In der Regel sind RIC-Hörgeräte auch für Brillenträger, da sie klein und leicht sind. Dennoch kann es anfangs etwas Eingewöhnung brauchen, bis Hörgerät und Brillenbügel optimal sitzen.

Seitenprofil eines älteren Mannes, der ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät trägt und sich eine Brille aufsetzt.
Hörgerät und Brille stellen bei richtiger Positionierung keinerlei Probleme dar. © Ekaitz Landa / istockphoto.com

RIC-Hörgeräte: mögliche technische Störungen

  • Bluetooth-Verbindungsprobleme
  • App funktioniert nicht zuverlässig
  • falsche Automatik in bestimmten Situationen

Zusammengefasst sind RIC-Hörgeräte vor allem durch den externen Lautsprecher anfälliger für Feuchtigkeit, Verschleiß und kabelbedingte Störungen. Diese Probleme treten vergleichsweise häufig auf, sind in der Regel jedoch gut beherrschbar und Teil des normalen Betriebs. Entscheidend sind eine sorgfältige Pflege und eine regelmäßige Betreuung durch den Hörakustiker. Hörgeräte können im Vorfeld auch für einen Testzeitraum getragen werden, um festzustellen ob das ausgewählte Modell zum Nutzer passt.

Wie lange halten RIC-Hörgeräte?

Wie lange ein RIC-Hörgerät hält, lässt sich nicht pauschal sagen, denn die Lebensdauer hängt stark vom individuellen Gebrauch ab. Entscheidend sind vor allem der tägliche Umgang, eine sorgfältige Pflege und Reinigung, die Belastung durch Feuchtigkeit und Ohrenschmalz, die tägliche Tragedauer, die technische Qualität des Geräts sowie regelmäßige Wartung und Kontrollen beim Hörakustiker. Typisch für RIC-Hörgeräte ist außerdem, dass einzelne Bestandteile wie der Receiver als stärker beanspruchte Teile mitunter früher ausgetauscht werden müssen, auch wenn das eigentliche Hörsystem insgesamt noch gut funktioniert.

Einflussfaktoren auf die Lebensdauer von RIC-Hörgeräten

  • Pflege und Reinigung
  • Feuchtigkeit und Ohrenschmalz
  • Tragedauer pro Tag
  • technische Qualität des Geräts
  • regelmäßige Wartung beim Hörakustiker

Gibt es nachhaltige Aspekte bei RIC-Hörgeräten?

RIC-Hörgeräte bieten durchaus relevante Nachhaltigkeitsaspekte, insbesondere im Bereich der Energieversorgung. Wiederaufladbare Modelle reduzieren den Einsatz von Einwegbatterien erheblich und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung. Studien zeigen, dass Batterien bei klassischen Hörgeräten einen großen Anteil am ökologischen Fußabdruck ausmachen können, während dieser bei Akkulösungen deutlich geringer ausfällt. Darüber hinaus setzen Hersteller zunehmend auf langlebige Komponenten, energieeffiziente Signalverarbeitung und reparaturfreundliche Bauweisen. Auch eine sachgerechte Nutzung trägt dazu bei, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und Ressourcen zu schonen. Die Europäische Union hat außerdem mit der EU-Batterieverordnung 2023/1542 verbindliche Anforderungen an Nachhaltigkeit, Recycling und Lebenszyklus von Batterien eingeführt. Diese Vorgaben fördern langfristig umweltfreundlichere Lösungen, was auch den Bereich der modernen Hörsysteme betrifft.



Fazit

RIC-Hörgeräte gehören heutzutage nicht ohne Grund zu den beliebtesten Hörsystemen. Sie verbinden moderne Technik mit einem natürlichen Klang und einem hohen Tragekomfort im Alltag. Durch ihre Bauweise sitzen sie angenehm an der Ohrmuschel, während der Schall gezielt in den Gehörgang geleitet wird, was ein besonders klares und angenehmes Hörerlebnis ermöglicht.Besonders für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust bieten sie eine sehr gute Balance aus Leistung, Diskretion und Flexibilität. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass sie keine allgemeine Lösung sind  Faktoren wie Pflegeaufwand, individuelle Bedürfnisse und gewünschte Zusatzfunktionen spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl. Am Ende lohnt sich ein RIC-Hörgerät vor allem dann, wenn es wirklich zum eigenen Lebensstil passt und wenn es im Alltag tatsächlich einen spürbaren Mehrwert bietet. Eine gute Beratung durch den Hörakustiker, das Testen verschiedener Modelle und ein realistischer Blick auf die eigenen Anforderungen sind dabei entscheidend. Denn nicht das teuerste Gerät ist automatisch das beste, sondern das, das im Alltag am besten auf den Träger und seine Bedürfnisse abgestimmt ist.

RIC-Hörgeräte (Receiver in the Canal): Häufig gestellte Fragen

Sind RIC-Hörgeräte sichtbar? 

RIC-Hörgeräte gelten als relativ diskret, da nur ein dünner Draht in den Gehörgang führt. Komplett unsichtbar sind sie jedoch nicht. Diskreter sind nur sehr kleine Im-Ohr-Hörsysteme. Insbesondere tief im Gehörgang sitzende Varianten wie die Invisible-in-Canal Modelle.

Wie wichtig ist die Reinigung von RIC-Hörgeräten?

Regelmäßiges Reinigen des Receivers und der Schirmchen sowie das Trocknen verlängern die Lebensdauer und erhalten die Klangqualität. Zusätzlich sollten auch die Mikrofonöffnungen und das Gehäuse regelmäßig mit einem weichen, trockenen Tuch gereinigt werden, um Ablagerungen von Schmutz oder Hautfett zu vermeiden. Empfehlenswert ist zudem, die Geräte über Nacht in einer Trockenbox aufzubewahren, da Feuchtigkeit eine der häufigsten Ursachen für Funktionsstörungen ist.

Wie beeinflussen RIC-Hörgeräte das Richtungshören?

Durch die Position des Receivers im Gehörgang bleibt die natürliche Schallaufnahme über die Ohrmuschel weitgehend erhalten, was das Richtungshören verbessern kann. Darunter versteht man die Fähigkeit, die Herkunft eines Geräuschs räumlich einzuordnen und Richtungen im Alltag besser zu unterscheiden.

Was passiert, wenn der Receiver eines RIC-Hörgeräts kaputtgeht? 

Der Receiver ist ein Verschleißteil und kann in vielen Fällen schnell und relativ unkompliziert ausgetauscht werden. Bei sogenannten Kassenmodellen werden die Kosten für Reparaturen oder den Austausch von Verschleißteilen in vielen Fällen von der Krankenkasse übernommen – insbesondere innerhalb der üblichen Versorgungs- und Gewährleistungszeiträume. Ob und in welchem Umfang eine Kostenübernahme erfolgt, hängt jedoch vom individuellen Vertrag sowie vom konkreten Schadensfall ab. Eine kurze Rücksprache mit der Krankenkasse oder dem Hörakustiker schafft hier in der Regel schnell Klarheit.

Quellen:

[1] GKV-Spitzenverband. „GKV-Spitzenverband“. Gkv-spitzenverband.de, www.gkv-spitzenverband.de/. Zugegriffen 16. April 2026.

Über unsere*n Autor*in
Max Seitz verstärkt die Redaktion als Werkstudent im Ratgeber- und Videobereich. Nach seinem Praktikum wechselte er in seine aktuelle Position, in der er seine journalistische Ausbildung an der Hochschule Ansbach nutzt, um komplexe Themen rund um Heimwerken und Garten fachkundig aufzubereiten. Die Basis für seine Expertise bildet handwerkliche Praxis, denn neben umfassenden Sanierungsprojekten im privaten Umfeld sammelte er zwei Jahre lang als Hausmeister fundierte Erfahrung in der Instandhaltung und Technik. Dieses praktische Know-how kombiniert er gezielt mit seinem journalistischen Anspruch, um komplexe Abläufe in klare, direkt umsetzbare Lösungen für die Leser zu übersetzen.